NRW: Mutter (31) entsorgt ihr Neugeborenes im Hausmüll – „„Die Frau ist auch selbst Opfer“

NRW: Mutter bringt Kind zur Welt und entsorgt es in Hausmüll
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Kierspe. Es ist ein grausamer Fall, der sich in diesem Sommer in Kierspe im Sauerland (NRW) abgespielt hat.

Olga O. (31) soll laut Staatsanwaltschaft am Morgen des 14. Juni diesen Jahres heimlich in der eigenen Badewanne eine Tochter zur Welt gebracht haben. Anschließend habe sie das Kind versucht zu töten, wirft ihr die Anklage zu Prozessbeginn am Freitag in Hagen (NRW) vor.

NRW: Mutter verheimlicht Schwangerschaft und Geburt in Kierspe

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die angeklagte Frau, die mit ihrem Lebensgefährten bereits eine Tochter hat, im Laufe des Jahres 2019 feststellte, dass sie erneut schwanger ist. Daraufhin soll sie im Internet nach „Baby im Bauch tötet“ recherchiert haben.

Die Frau hat versucht, die Schwangerschaft vor ihrem Umfeld geheim zu halten. Um ihre Mutter und ihren Lebensgefährten zu beruhigen, soll sie ihnen einen gefälschten negativen Schwangerschaftstest vorgelegt haben.

Einen Tag vor der Geburt habe sie ihrem Lebensgefährten vorgespielt, dass ein Frauenarzt festgestellt habe, dass sie schwanger gewesen sei, dass Kind jedoch verloren habe.

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Mutter packt Neugeborenes in Mülltüte und schnürt sie zu

Am Tattag, so steht es in der Anklage, habe sie gesundheitliche Beschwerden vorgetäuscht, sich eine längere Zeit im Badezimmer eingesperrt. In der Zwischenzeit passte ihr Partner auf die Tochter auf.

Olga O. soll gegen 9 Uhr eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, ihre Nabelschnur durchtrennt und das Baby in Handtücher eingewickelt haben. Unter einem Vorwand, mit dem Hund Gassi zu gehen, soll die Angeklagte ihre Wohnung verlassen haben und das lebendige Baby in einer neben dem Haus stehenden Mülltüte gelegt, diese zugeknotet haben. Sie habe dort das Baby dem Tode überlassen, so der schwere Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Im Krankenhaus keimt der schreckliche Verdacht

Als Blutungen einsetzten, soll ihr Lebensgefährte einen Krankenwagen gerufen haben. Im Krankenhaus kam den Ärzten der Verdacht, dass die Frau kürzlich entbunden hatte.

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Hier mehr zum Fall:

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Mutter wegen versuchtem Totschlag angeklagt

Die Polizei entdeckte vor Ort das stark unterkühlte Baby in einem lebensbedrohlichen Zustand in einem Sack neben dem Hausmüll. Es dürfte an ein Wunder grenzen, dass das Kleine überlebte. Der Sauerstoff in der zugeknoteten Mülltüte hätte wohl nicht mehr lange gereicht. Dem Kind geht gut, es ist vom Jugendamt untergebracht worden.

Unter einer Decke versteckt betrat Olga O. am Freitag Gerichtssaal 201 des Hagener Landgerichts. Als die Anklage verlesen wird, schluchzt sie, verdrückt Tränen. Ihre Verteidigung räumt in einer Erklärung das vorgeworfene Tatgeschehen ein. Zu Details will sich Olga O. zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Ihr wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Verteidiger: Frau auch selbst Opfer der Umstände

Ihr Verteidiger Andreas Trode sagte vor Prozessbeginn: „Die Frau ist auch selbst Opfer. Man darf das, was sie getan hat, nicht schön reden. Das Gesetz wird auch eine entsprechende Strafe finden. Aber man wird berücksichtigen, dass die Frau Opfer ihrer eigenen Lebensgeschichte, ihrer Partnerschaft, ihrer Umstände ist. Sie ist also kein böser Mensch, auch wenn sich die Tat jetzt super, super schlimm anhört“, so Verteidiger Andreas Trode (58). „Aber genauso geht es ihr eben auch.“

Bei der Tat hätten Ängste und gesellschaftlicher Druck eine Rolle gespielt. „Es gibt eben Frauen, wie die Angeklagte, die dem nicht standhalten und keine Ausweichmöglichkeit finden“, so Trode. Ein Gutachten soll im Laufe des Prozesses zeigen, dass sie sich allein gelassen von ihrem Verlobten und sich überfordert fühlte.

„Sie war ein herzensguter Mensch“

Zu Prozessbeginn machte ihr Verlobter und ihre Eltern keine Aussagen. Einzig die Schwester des Verlobten von Olga O. erklärte vor Gericht, dass sie die Angeklagte mehrfach auf eine Schwangerschaft angesprochen habe. Olga O. soll erwidert haben, dass sie nach der kürzlich zurückliegenden letzten Schwangerschaft noch einige Kilo zugenommen habe. „Dass es diesen Ausgang hatte, damit hätte niemand gerechnet“, so die Zeugin.

Die Angeklagte sei noch mit ihr und ihrem Verlobten 36 Kilometer gewandert. Körperlich sei ihr nichts anzumerken gewesen. „Sie hatte keine dicken Arme oder Beine“. Auch habe sie Energy Drinks getrunken und geraucht. „Das hat sie in ihrer ersten Schwangerschaft nicht getan.“

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Olga O. soll sich liebevoll um das Kind ihres Verlobten aus einer vorherigen Beziehung gekümmert haben. Einzig mit ihrer leiblichen Tochter soll sie etwas gefühlskalt umgegangen sein, so die Zeugin.

Die Tat könne sie sich daher nicht erklären: „Wir dachten, es wäre eine Kurzschlussreaktion“, schildert sie. „Olga war ein herzensguter Mensch. Sie war immer bedacht, dass es allen anderen gut geht.“

Urteil soll am 23. Dezember fallen

Der nicht vorbestraften Frau droht bei Verurteilung eine Haftstrafe zwischen zwei und elf Jahren und drei Monaten. Insgesamt sind für das Verfahren fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll am 23. Dezember fallen.

 
 

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