NRW: Kassenbon-Ärger! Du glaubst nicht, wie es in DIESER Bäckerei aussieht!

Auch in NRW wird der Kassenbon zur Händlerpflicht. (Symbolbild)
Auch in NRW wird der Kassenbon zur Händlerpflicht. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Südlohn. Nach jedem Einkauf ein Kassenbon – auch für das Bier am Kiosk und die Brötchen beim Bäcker. Das verlangt ein neues Gesetz ab dem 1. Januar 2020, mit dem Steuerbetrug auch in NRW verhindert werden soll.

Vor allem die kleinen Betriebe reagieren darauf mit wenig Begeisterung. Einer von ihnen ist Bäckermeister Michael Tenk von der Bäckerei Tenk-Bomkamp aus Südlohn bei Münster (NRW). Mit einer aufsehenerregenden Aktion zeigt er, welche Auswirkungen die neue Pflicht auf seinen Laden hat.

NRW: Bäckerei aus dem Münsterland macht auf Kassenbon-Wahn aufmerksam

Zwei Tage lang ließ Tenk für jeden Einkauf einen Kassenbon ausdrucken, so wie es das Gesetz ab Januar vorschreibt. Die Kunden, die den nicht mitnehmen wollten, ließen ihn im Geschäft zurück.

Dabei entstand aus den Kassenzetteln „ein Riesenberg Müll“, wie Tenk findet. Auf 500 bis 600 Belege schätzt Tenk den Papierhaufen. Ein Foto davon postete er bei Facebook und wendet sich damit an die „Politiker des Landes & des Bundes“.

„Sondermüll“ in der Bäckerei

„Gestern und heute Morgen liefen unsere Bondrucker, das hier wurde liegen gelassen. Sondermüll“, heißt es in dem Post. Die Bundestagsabgeordnete seinen Landkreises, Ursula Schulte (SPD), und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat er zur Besichtigung des Müllhaufens eingeladen – eine Rückmeldung stehe aus.

Sicher sei: „95 Prozent der Kunden wollen keinen Bon mitnehmen“, weiß Tenk. Der Bäckermeister stehe schließlich selbst regelmäßig hinter dem Tresen. In der Zukunft hat er dafür vielleicht keine Zeit mehr.

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Steigender Aufwand für Kleinbetriebe

„Für uns bedeutet die Vorschrift viel mehr Aufwand. Wir müssen die Bons be- und entsorgen. Außerdem rechne ich mit 500 bis 1000 Euro Mehrkosten pro Filiale“, sagt Tenk. „Die Bürokratisierung geht uns an die Substanz.“

Nicht nur das: Er fürchtet wegen der Chemikalien auf dem Bon-Papier um die Gesundheit seiner Mitarbeiter.

Bäckermeister will Abfall vermeiden

Nach zwei Tagen ist für Tenk erstmal Schluss mit den Kassenbons. „Eigentlich wollte ich morgen die Aktion fortsetzen, aber ich möchte meinen Kindern eine nicht noch schlechtere Erde hinterlassen“, verrät er.

Zumindest bis zum neuen Jahr – also so lang wie nur eben geht – will er auf den zusätzlichen Abfall verzichten. (vh)

 
 

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