NRW: JVA-Häftlinge schreiben wütenden Corona-Brief – weil ihnen DAS nicht passt

NRW: Die JVA-Häftlinge haben einen wütenden Corona-Brief geschrieben, in dem sie scharfe Kritik über die Zustände im Gefängnis äußern. (Symbolbild)
NRW: Die JVA-Häftlinge haben einen wütenden Corona-Brief geschrieben, in dem sie scharfe Kritik über die Zustände im Gefängnis äußern. (Symbolbild)
Foto: FUNKE Foto Services

NRW. Überall, wo Menschen aufeinandertreffen, besteht eine Ansteckungsgefahr mit Corona - auch in einem Gefängnis. Deshalb beschließt die Landesregierung in NRW immer wieder neue Regeln, die auch in der Haftanstalt gelten.

Doch JVA-Häftlinge aus NRW haben jetzt einen wütenden Corona-Brief geschrieben. Darin üben sie scharfe Kritik.

NRW: JVA-Häftlinge schreiben wütenden Corona-Brief

Maskenpflicht, Abstandsregel und Kontaktbeschränkung: Für die Menschen in NRW gelten verschiedene Corona-Regeln, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. In der JVA Köln und Remscheid herrscht derzeit aber große Unzufriedenheit bei den Häftlingen. Es geht nicht um die Corona-Regeln an sich, sondern um die Art der Umsetzung. Aus diesem Grund haben sich die Häftlinge mit einem wütenden Corona-Brief an den „Express“ gewandt.

Sie kritisieren, dass ihnen der Kontakt zu anderen strikt verboten sei, obwohl die Coronaschutzverordnung in der Öffentlichkeit ein Treffen von bis zu zehn Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt.

Die Häftlinge sind wütend. Sie berichten: „Seit dem 16. März 2020 findet in der JVA Remscheid nur noch ein eingeschränkter Besuch statt. Seitdem werden wir durch eine Trennscheibe von unseren Familien getrennt und können uns nur über eine eigens dafür eingerichtete Telefonanlage unterhalten. Ein Ende, so scheint es, ist nicht in Sicht, denn durch die weggefallenen Besucherkontrollen haben die Justizangestellten weniger Arbeit, was ihren Dienst natürlich vereinfacht.“

Sie fordern, dass im Gefängnis die gleichen Corona-Regeln gelten wie sonst für alle anderen Bürger.

+++ NRW: Maskenkontrollen in Bussen und Bahnen am Dienstag – Verweigerer müssen mit DIESER Strafe rechnen +++

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP

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Und während sie bereits seit Monaten keinen Besuch empfangen dürften, müssten trotz Kontaktverbot bis zu 40 Häftlinge zusammen duschen, wie es weiter heißt.

Filmteam dreht mit 30 Personen

Zudem habe im September ein 30-köpfiges-Filmteam mehrere Tage lang eine neue Tatort-Folge in dem Gefängnis gedreht. „Ein abschließendes Gruppenfoto ohne Mund- und Nasenschutz stellte auch kein Problem dar, sondern sorgte für allgemeines Wohlbefinden unter den Bediensteten“, heißt es wDeiter. Und dahinter steckt eine emotionale Sorge der Häftlinge: „Im Hinblick auf dieses groteske Geschehen stellen wir uns berechtigt die Frage, wann dürfen wir endlich wieder unsere Kinder und Frauen in den Arm nehmen?“

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Katja Grafweg, Leiterin der JVA Remscheid, erklärt daraufhin auf Anfrage des „Express“: „Die Besuche von Inhaftierten in der JVA Remscheid finden, den landesweiten Vorgaben entsprechend, in der Form statt, dass Körperkontakte zwischen Besuchern und Inhaftierten ausgeschlossen sind. Diese Einschränkungen sind notwendig, um die ungebremst hohe Infektionsgefahr für die Inhaftierten und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.“ Die Inhaftierten hätten dafür aber die Möglichkeit, ihre Familie und Freunde über Skype zu sprechen.

„Wir sind im Begriff, unsere wichtigste Stütze zu verlieren“

Von Seiten der Häftlinge heißt es hingegen: „Die Nerven unserer Eltern, Kinder, Ehefrauen und Lebenspartnerinnen liegen allmählich blank und mit jedem Tag, an dem wir ohne vernünftigen Besuch auskommen müssen, wird die Situation unerträglicher. Wir, die Gefangenen, sind im Begriff, unsere wichtigste Stütze zu verlieren, um wieder erfolgreich resozialisiert zu werden.“

Damit herrschen alarmierende Zustände in den NRW-Gefängnissen. Ob sich daran bald etwas ändern wird, ist alledings wohl fraglich. (nk)