Köln: Junge Frau nimmt Ibuprofen – und bezahlt fast mit ihrem Leben

Köln: Nach der Einnahme von Ibuprofen, verliert eine junge Frau fast ihr Leben.
Köln: Nach der Einnahme von Ibuprofen, verliert eine junge Frau fast ihr Leben.
Foto: imago images

Köln. Vor einem halben Jahr war die Welt für Stefanie Schmitz (27) aus Köln noch in Ordnung. Doch dann kämpfte die junge Frau plötzlich um ihr Leben. Und das alles nur, weil sie Medikamente gegen Schmerzen eingenommen hatte.

„Ich ging mit heftigen Bauchschmerzen zu meiner Ärztin. Meine Haut färbte sich gelb“, erinnert sich die 27-jährige aus Köln noch an den 17. März. Der Tag, der alles verändern sollte.

Grund dafür war Ibuprofen, ein Schmerzmittel, das nahezu jeder schon mal wegen Kopf- oder anderer Schmerzen genommen hat. Ein Medikament, das auch ziemlich häufig von Ärzten verschrieben wird.

Köln: Junge Frau nimmt Ibuprofen – plötzlich kämpft sie um ihr Leben

Dann wurde ihr Blut abgenommen und alles ging sehr schnell. Sie wurde in die Uniklinik Köln eingeliefert - wegen erhöhter Leberwerte, Gelbsucht und niedriger Blutgerinnung, verrät sie gegenüber DER WESTEN.

„Mein Leben stand komplett auf der Kippe. Ich hatte noch 76 Stunden zu leben“, sagt die junge Kölnerin. Die Diagnose, wie sie erklärt: „akutes Leberversagen durch Ibuprofen“. Dabei hatte die Kölnerin nach eigenen Angaben nicht viele Tabletten genommen. Wenn sie Regelschmerzen, Kopfschmerzen oder Nasennebenhöhlenentzündungen hatte, nahm sie eine Tablette. Ernsthaft krank war sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht.

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Drei Monate Krankenhaus – wegen Ibuprofen

Wie regelmäßig sie diese konsumierte, konnte die 27-Jährige aber nicht mehr genau sagen. „Aber immer nur eine. Dann aber entweder die 600er oder 800er“, fügt sie hinzu. Und das über Jahre.

Die nächsten Monate und Wochen wurden für die 27-Jährige zur Qual. „Ich lag drei Monate in der Klinik und war mit den Nerven am Ende“, erzählt sie. Doch ihre Familie und ihre Freunde gaben ihr Kraft, motivierten sie, weiterzumachen. Ihr Körper stieß ihre Leber zweimal ab. Verzweifelt wartete sie auf einen Spender. „Ich lag im Bett, hatte Übelkeit und weinte viel“, so Schmitz.

Am 16. August kam dann der erlösende Anruf der Uniklinik. „Eine passende Leber war da. Ich konnte mein Glück kaum fassen“. Der jungen Frau wurde eine Leber transplantiert. Derzeit liegt sie immer noch im Krankenhaus, ihre Werte seien aber gut. Sie hofft, dass sie nächste Woche entlassen wird.

Die Uniklinik Köln wollte auf Nachfrage von DER WESTEN zu dem Patientenfall nicht äußern, aus Datenschutzgründen.

Junge Kölnerin will sich bei ihrem Spender und den Ärzten bedanken

Ihre Geschichte erzählt die 27-jährige zahnmedizinische Fachangestellte auch bei Facebook mit einem Bild aus dem Krankenhaus. Fast 500 Mal wurde ihr Beitrag geteilt. Damit will sich die junge Kölnerin bei ihrem Spender und den Ärzten bedanken, die ihr das Leben gerettet haben.

„Ich danke allen Menschen, die mich auf diesem schwierigen Weg begleitet haben. Vor allem danke ich meinem Spender, dass er sich dafür entschieden hat mir und anderen Menschen das Leben zu retten“, schreibt sie auch in dem Post. Viele Menschen wünschen der Patientin alles Gute und gute Besserung.

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Ein Leben lang auf Immunsuppressiva angewiesen

Ihr Leben lang wird die 27-Jährige jetzt auf Medikamente (Immunsuppressiva) angewiesen sein, darf in ihrem erlernten Beruf als zahnmedizinische Fachangestellte nicht mehr arbeiten - zu hoch ist die Gefahr der Keime in der Praxis. Bald will sie sich dann einen neuen Job im Büro suchen und eine Umschulung machen.

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Das ist Ibuprofen:

  • Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika
  • Er zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt
  • Schmerzmittel ist bis zu einer Dosierungen von 400 Milligramm rezeptfrei
  • Ibuprofen wird zu zwei Dritteln über die Niere und zu einem Drittel über die Leber ausgeschieden

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Lange und falsche Anwendung von Ibuprofen ein Problem

Die lange und falsche Anwendung von Ibuprofen und Co. seien ein Problem, sagte ein Arzt aus dem Saarland. Er schätzt, dass es pro Jahr rund 4000 Todesfälle in Deutschland infolge von Schmerzmittelgebrauch gibt. >>> mehr dazu hier. (js)

 
 

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