Düsseldorf

NRW: Hochzeitskorsos werden zum Problem - neue Zahlen zeigen dramatische Entwicklung

In NRW sorgten Hochzeitskorso zuletzt immer wieder für Ärger.
In NRW sorgten Hochzeitskorso zuletzt immer wieder für Ärger.
Foto: dpa/Archivbild

Düsseldorf. Seit mehreren Wochen eskalieren in NRW immer wieder türkische Hochzeitsfeiern. Vorfälle in Duisburg, auf der A52, bei Köln und in vielen weiteren Städten sorgten für Ärger. Bei manchen fielen Schüsse, teilweise wurden sogar Autobahnabschnitte blockiert.

Vor allem ein Vorfall auf der A3 sorgte für Schlagzeilen. Dort blockierte die Hochzeitsgesellschaft die Autobahn für ein Fotoshooting von teuren Autos mit qualmenden Reifen. Seit diesem Vorfall im April eskalieren Hochzeitsfeiern immer häufiger.

NRW: Polizei will härter Vorgehen

Die Düsseldorfer Polizei will nun härter gegen diesen Trend vorgehen - und hat eine eigene Ermittlungskommission gegründet. „Donut“, heißt die Einheit - benannt nach dem spektakulären Fahrmanöver, bei dem Autos sich mit rauchenden Reifen um sich selbst im Kreis drehen.

„Das ist absolut lebensgefährlich und sinnbefreit. Wenn es dabei zu einem Unfall kommt, werden die Verantwortlichen ihres Lebens nicht mehr froh“, so ein Düsseldorfer Polizeisprecher gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Zahlen belegen alarmierenden Trend

„Es ist etwas anderes, wenn eine Hochzeitsgesellschaft durch die Straßen fährt und laut hupt. Den Verkehr auf einer Autobahn auszubremsen, gefährdet Leben und ist mit absolut nichts zu rechtfertigen!“

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Zahlen, die der Zeitung vorliegen, belegen einen alarmierenden Trend. Allein zwischen Ostersamstag und Montag wurde die Polizei laut dem Bericht zu 38 Hochzeitsfeiern gerufen. Am Wochenende zuvor waren es auch 32. Seitdem die Zählung vor drei Wochen begonnen wurde, ermittelten die Beamten insgesamt 100 Einsätze.

„Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle.“

Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ will das Innenministerium handeln. „Solche Exzesse missbilligen den kleinsten gemeinsamen Nenner dieser Gesellschaft. Sie sagen: Eure Gesetze und Eure Gesundheit sind uns vollkommen egal, das zählt für uns schlicht nicht“, so Herbert Reul.

Er stellt klar: „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle. Jeder hat sich an die geltenden Regeln zu halten, sonst setzt die Polizei der Feier sehr schnell ein ernüchterndes Ende. Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten.“ (fel)