NRW: Fünfköpfige Familie will in den Urlaub fahren – Mutter völlig verzweifelt „Wie sollen wir das stemmen?“

Eine Familie aus Herten (NRW) hatte in den Herbstferien Urlaub gebucht. Doch daraus wird wohl nichts. (Symbolbild)
Eine Familie aus Herten (NRW) hatte in den Herbstferien Urlaub gebucht. Doch daraus wird wohl nichts. (Symbolbild)
Foto: imago images / Shotshop

Herten. 85,7. Der Inzidenzwert in Herten (NRW) ist - wie in vielen anderen Städten im Ruhrgebiet - viel zu hoch. Diese Corona-Zahl schwirrt einer Hertener Mutter (31) seit Tagen durch den Kopf und lässt ihr keine Ruhe. Eigentlich wollte sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern am Wochenende in den Urlaub fahren. Doch daraus wird nichts - wie bei vielen anderen Familien, die in den Herbstferien Urlaub gebucht hatten.

Das erste Mal im Jahr für drei Tage rauskommen und das Meer sehen. Das war der Plan von Jacqueline Hübner. Ihre Kinder waren voller Vorfreude, doch die wurde ihnen jetzt genommen. „Wir wollten endlich mal wieder in den Urlaub. Seit über einem Jahr war ich nicht mehr von Zuhause weg“, klagt die 31-Jährige aus NRW gegenüber DERWESTEN.

NRW: Familie will in den Urlaub fahren - Mutter aus Herten völlig verzweifelt

Die Familie aus Herten wollte am Sonntag nach Rabenkirchen an die Ostsee fahren. Doch weil sie derzeit aus einem Risikogebiet kommt, muss ein Coronatest vorliegen, sonst herrscht Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein. „Aber der Test kostet 150 Euro pro Person. Wir sind fünf Personen. Wie sollen wir das stemmen? Das ist viel zu teuer!“, erklärt die junge Mutter.

Denn die Coronakrise ist nicht spurlos an der Familie vorbeigegangen. Der Vater arbeitet in Kurzarbeit, die Mutter hat ihren Job im Hotel verloren, weil der Betrieb geschlossen wurde. Sie hilft nun in einem Discounter aus.

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Ein anderes Problem: Das Testergebnis würde bis Sonntag gar nicht vorliegen. Denn es gilt: Das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. Davon ab wüsste Jacqueline nicht, wie sie ihren drei Töchtern (9,6 und 2 Jahre alt) die Angst vor dem Stäbchen-Test nehmen soll. „So richtig können kleine Kinder Corona nicht verstehen. Sie hätten sicher Angst, dass sie krank seien, wenn wir dort in der Schlange stünden. Wie erklärt man ihnen das? Die Situation belastet uns sehr“, sagt sie.

Nun heißt es: Koffer wieder auspacken. „Uns war vorher schon klar, dass Urlaub ein Risiko ist, deshalb haben wir ein Ferienhaus von einem Freund gebucht. Da fallen zum Glück keine Stornierungskosten an. Wir haben uns immer gedacht: ,Wenn es schlimmer wird, geht es halt nicht'“, so die Hertenerin. Und jetzt ist dieser Zeitpunkt gekommen.

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Nun denkt die 31-Jährige darüber nach, wie sie ihren enttäuschten Kindern die Ferien ein wenig schmackhaft machen kann. „Wir überlegen nun, ob wir ins Phantasialand fahren oder einen anderen Freizeitpark besuchen.“ Ein Highlight soll es schließlich für die drei Mädchen in den Hebstferien geben.

 
 

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