NRW: Gebetsruf an Moschee ertönt – dann kommt es zu irren Szenen

NRW: Es kam zu irren Szenen an einer Moschee in Wuppertal. Wegen rund 200 Gläubigen musste das Ordnungsamt einschreiten. (Symbolbild)
NRW: Es kam zu irren Szenen an einer Moschee in Wuppertal. Wegen rund 200 Gläubigen musste das Ordnungsamt einschreiten. (Symbolbild)
Foto: dpa

NRW. Eigentlich sind Versammlungen momentan verboten, Gebetshäuser geschlossen. Zu groß ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus.

Dennoch haben sich am Montag rund 200 Gläubige vor einer Moschee in Wuppertal (NRW) versammelt. Es kam zu irren Szenen.

NRW: Irre Szenen vor Moschee – rund 200 Gläubige versammeln sich

Wie üblich, ertönte an der Moschee an der Gathe in Wuppertal (NRW) auch am Montag der Gebetsruf. Doch unüblich war, dass trotz der Corona-Krise etwa 200 Gläubige zu der Moschee gekommen waren, um den Gebetsruf aus nächster Nähe zu verfolgen.

Manche sollen sogar Tränen in den Augen gehabt haben. Vor allem aber soll bei so vielen Menschen der erforderliche Abstand zueinander nicht eingehalten worden sein, wie die „Westdeutsche Zeitung“ berichtet.

Die Stadt hatte den Gläubigen erlaubt, den Gebetsruf trotz des Kontaktverbotes zu verfolgen. Dass so viele Gläubige die Moschee an der Gathe aufsuchen würden, hatte die Stadt dann aber nicht gedacht. Dementsprechend spät reagierte sie, als das große Menschenaufkommen bereits in vollem Gange war.

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Stadt setzt auf Solidarität - doch dann muss Ordnungsamt einschreiten

Die Stadt schickte Mitarbeiter des Ordnungsamtes an die Gathe, um die irren Szenen aufzulösen. Das soll dann auch problemlos passiert sein. Wuppertals Integrationsdezernent Stefan Kühn sagte der „Westdeutschen Zeitung“ nach dem Vorfall, dass der Gebetsruf kein Aufruf gewesen sei, zur Moschee zu kommen. Die Ditib-Gemeinde hatte die Gläubiger in einem Schreiben vorab ebenfalls darum gebeten, zu Hause zu bleiben.

Das außergewöhnliche Erlaubnis, in Zeiten des Coronavirus den Gebetsruf unter Gläubigen durchzuführen, sollte ein Zeichen der Solidarität gegenüber den muslimischen Bürgern sein. Schließlich läuten ebenso die Kirchenglocken täglich, wenn auch derzeit kein Gottesdienst mit Besuchern stattfindet. Darüber schreibt die „Westdeutsche Zeitung“.

Gebetsruf weiter mit Gläubigen erlaubt

Am Dienstag seien dann nur noch 30 bis 40 Gläubige beim Gebetsruf vor der Moschee an der Gathe gewesen, wie Stadtsprecherin Martina Eckermann gegenüber DER WESTEN am Mittwochvormittag berichtete. Die Gläubigen seien „sehr kooperativ“ gewesen und hätten die Abstandsregeln eingehalten. Ordnungsamt und Polizei seien zwar noch vor Ort gewesen, aber die Moschee habe auch eigene Ordner eingestellt.

Damit darf der tägliche Gebetsruf der Moschee trotz des geltenden Versammlungsverbots zunächst weiter unter Anwesenheit der Gläubigen erfolgen. (nk)

 
 

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