NRW: Freiwillig im Gefängnis wohnen – in DIESER Pott-Stadt ist das bald möglich

Ein Leben im Gefängnis: In NRW ist das bald auf freiwilliger Basis möglich.
Ein Leben im Gefängnis: In NRW ist das bald auf freiwilliger Basis möglich.
Foto: Fesser Immobilien

Die wenigsten Menschen gehen freiwillig ins Gefängnis. In NRW ist das bald allerdings möglich – und das auf unbegrenzte Zeit!

Denn zwei Investoren lassen zwischen den massiven Knastwänden in NRW Wohnungen entstehen. Sie versprechen: Die einst kargen Zellen werden gemütlich gestaltet, und durch ein vergittertes Fenster muss dann auch niemand mehr schauen.

Hier sieht das Revier aus wie vor 150 Jahren
Hier sieht das Revier aus wie vor 150 Jahren

NRW: Aus einem alten Gefängnis werden Wohnungen – das sind die verrückten Pläne

„Unsere Wohnungen haben einen entscheidenden Vorteil“, meint Sebastian Fesser, einer der zwei Investoren. „Die Mieter dürfen da auch wieder raus.“ Raus, das bedeutet in diesem Fall direkt rein in die Innenstadt von Herne.

Zentrumsnah liegt die ehemalige Haftanstalt, aus dessen ursprünglich zwischen acht und zehn Quadratmeter großen Zellen schon bald Mikro-Appartments werden. Durch Zusammenlegung entstehen 70 Wohneinheiten ab 25 Quadratmeter mit eigener Küche und Bad.

Das bleibt vom ehemaligen Gefängnis übrig

Fesser nennt sie „Studentenwohnung Deluxe“ und vermietet sie inklusive Möbeln, Internet, Waschmaschinen im Keller und weiteren Annehmlichkeiten für 600 Euro Warmmiete.

Dafür erhalten die Mieter viel alte Bausubstanz: In Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz bleiben außen Straßenfronten, im Inneren Backsteinwände und Gewölbedecke erhalten und sorgen für „industriellen Flair“, wie Fesser es nennt. „Die vergitterten Fenster tauschen wir allerdings aus“, verspricht er.

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Eigentümer kündigt Tag der offenen Tür an

Sie erfüllen ohnehin längst keinen Zweck mehr: 2007 wurde die Haftanstalt offiziell geschlossen.

Ganz leer stand der Knast seitdem allerdings nicht. Hin und wieder fanden dort Kunstprojekte und Ausstellungen statt, die etwa anhand von Wandbildern ihre Spuren hinterlassen haben. Die müssen der Renovierung nun weichen. Fesser: „So schön waren die auch wieder nicht.“

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Wer sich selbst ein Bild davon machen will, kann das voraussichtlich noch in diesem Winter tun. Fesser plant einen Tag der offenen Tür, an dem Interessierte die engen Zellen besichtigen und der teils grausamen Geschichte des historischen Knasts nachspüren.

Genutzt wurde er nicht nur als Jugendgefängnis oder zuletzt als Abschiebeknast. Während des Zweiten Weltkriegs sperrte das NS-Regime dort politische Gefangene, jüdische Bürger, Sinti, Roma oder Zwangsarbeiter ein.

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Das ist zum Glück schon lange Geschichte. Gegen Ende 2021 sollen schon die ersten freiwilligen Mieter einziehen – und sie sollen sich wohlfühlen: „Wir wünschen uns, dass die Mieter gern und freiwillig hier wohnen. Eben anders als die ehemaligen Insassen.“ (vh)

 
 

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