NRW: Frau deckt miese Zeitarbeit-Masche auf – und landet HIER

Heike Orzol (53) hat nach ihrer Klage nach ihrer Zeitarbeit wieder einen neuen Job.
Heike Orzol (53) hat nach ihrer Klage nach ihrer Zeitarbeit wieder einen neuen Job.
Foto: privat

Rommerskirchen. Nie wieder Zeitarbeit! Das hat sich Heike Orzol aus Rommerskirchen in NRW geschworen. Über zehn Jahre hatte sich die 53-Jährige von Zeitarbeitsfirmen an Unternehmen ausleihen lassen.

Ein fester Vertrag direkt bei einem Arbeitgeber in NRW? Fehlanzeige! „Ich bin lange genug verarscht worden“, sagte Orzol Mitte November 2019 im Gespräch mit DER WESTEN. Doch Anfang des Jahres knickt sie ein.

Heike Orzol aus NRW: „Das mache ich nicht mehr mit“

Heike Orzol will wieder in Lohn und Brot. Koste es, was es wolle. Zur Not sogar wieder in die Zeitarbeit. „Wenn alle Stricke reißen“, sagt sie, „dabei habe ich eigentlich gesagt, das mache ich nicht mehr mit.“

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Schließlich ging sie zuvor nach der Einführung des Equal-Pay-Grundsatz gerichtlich gegen eine Kündigung vor, deckte mit ihrem Anwalt eine miese Zeitarbeit-Masche auf. Mehr dazu erfährst du hier >>>

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Das ist Equal Pay

  • Regelt die Bezahlung von Leih-Arbeitnehmern
  • Gehaltsanpassung an Gehalt regulärer Mitarbeiter nach 9 Monaten in einem Unternehmen
  • Bezahlung soll an vergleichbare Position einer Firma angeglichen werden
  • Geregelt durch § 8 des AÜG

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„Ich habe gedacht, ich werde wahnsinnig“

Doch zuhause versauern und dauerhaft von „Hartz 4“ leben? Das kommt für Orzol nicht in Frage. „Ich habe gedacht, ich werde wahnsinnig“, berichtet sie.

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Sie will sich bewerben, lässt sich bei den Formalitäten vom Jobcenter beraten. „Da ändert sich ja ständig etwas“, so die 53-Jährige. Danach begibt sie sich auf die Suche: Zeitungen, Internet und Co. „Man muss wirklich am Ball bleiben“, sagt sie und verschickt zahlreiche Bewerbungen - mit Erfolg.

Neue Chance für Heike Orzol

Im Januar wird sie erst zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma eingeladen. Sie hätte sich darauf eingelassen, wäre da nicht doch noch ein besseres Angebot gekommen.

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Eine Einladung zu einem Unternehmen in der häuslichen Krankenpflege in NRW. Der Chef habe kaum in ihre Unterlagen geschaut, sich stattdessen für sie als Menschen interessiert. „Ich glaube, wir könnten gut miteinander klarkommen“, habe er zum Schluss gesagt.

„Den Champagner machen wir noch nicht auf“

Heike Orzol fährt nach Hause zu ihrem Mann. „Ich glaube, es hat geklappt“, strahlt sie ihn an. Bevor alles in trockenen Tüchern ist, lässt der sich jedoch nicht aus der Reserve locken: „Den Champagner machen wir noch nicht auf“, habe er nur geantwortet.

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Wenig später dann die Zusage. Nach einer Schulung Anfang Februar kann Heike Orzol ihren neuen Job antreten. Ihre Aufgaben? Unterstützung bei der Grundpflege, Hilfe im Haushalt und Alltagsbegleitung.

Die 53-Jährige ist begeistert. „Ich wollte schon immer mal beruflich Menschen helfen.“ Es gibt das gemeinsame Leibgericht (Hühnerfrikassee) der Orzols. Zur Feier des Tages und der gemeinsamen Hoffnung: Nie wieder Zeitarbeit!

 
 

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