NRW: Fleischlieferant schockiert mit Plakat – „Ekelhafteste Werbung ever“

Ein Fleischlieferant aus NRW steht mächtig in der Kritik. Er ist mit seiner Werbung offensichtlich über das Ziel hinausgeschossen. (Symbolbild)
Ein Fleischlieferant aus NRW steht mächtig in der Kritik. Er ist mit seiner Werbung offensichtlich über das Ziel hinausgeschossen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61

Rheurdt. „So schön wie eine Frau. Schmeckt nur anders“ - dieser Slogan auf einem Plakat in Rheurdt (NRW) bleibt hängen. Daneben steht „der Steaklieferant“-Inhaber Michael Franz und hält lächelnd ein Stück Fleisch in die Kamera.

Wird hier eine Frau mit einem rohen Stück Fleisch verglichen? Eine sexuelle Anspielung „auf den Geschmack einer Frau“? Oder gar ein Aufruf zum Kannibalismus?

NRW: Fleischwerbung bringt User zum Toben

In den sozialen Netzwerken überschlägt sich die Kritik. Bei Twitter veröffentlicht eine Frau das Plakat, versieht den Tweet unter anderem mit den Hashtags #Sexismus und #Chauvispruch. Die wütenden Kommentare folgen: „Ekelhafteste Werbung ever“, schreibt ein User. Eine andere tippt ironisch: „'Du bist so schön wie ein Stück totes Tier' macht mich persönlich immer rattig.“

Neben dem Verriss im Netz, laufen beim Deutschen Werberat knapp 30 Beschwerden ein. Auch die Website Werbemelder.in wird auf die Werbung aufmerksam, stuft sie als sexistisch ein.

Eigentümer hatte eine ganz andere Intention

Gegen die Kritik wehrt sich Eigentümer Michael Franz. Über seine PR-Agentur lässt er erklären, dass keinesfalls eine sexistische Botschaft vermittelt werden sollte. Vielmehr sollte mit einem Augenzwinkern „auf die Läden aufmerksam gemacht werden.“

Dabei sei das Fleisch „wie der liebevolle Kuss einer Frau“, so Ben Bereuter, der die Öffentlichkeitsarbeit für das Unternehmen leitet. Die Idee und der Slogan seien übrigens vom „Steaklieferanten“ selbst erdacht worden.

„Wir waren überrascht von der Reaktion, können aber verstehen, dass viele Leute etwas in die Werbung hineininterpretieren“, erklärt Bereuter weiter. Seit dem 12. August hingen die 29 Plakate in der Nähe der Filialen in Köln, Neuss, Pulheim, Meerbusch und Rheurdt.

Ziel sei es vornehmlich gewesen, auf die Ladenlokale aufmerksam zu machen. Daher befinden sich die Plakaten größtenteils im Umkreis der Filiale.

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Werberat lobt Reaktion auf öffentliche Schelte

Geschäftsführer Franz zeigte sich indes nach der öffentlichen Schelte einsichtig. Nach der Aufforderung zu einer Stellungnahme durch den Werberat reagierte er direkt, entfernte einen Facebook-Post mit der Werbung. Die Werbung auf den Plakaten ist mittlerweile überklebt.

Teilweise sind die meisten Werbeplakate diesen Donnerstag sowieso überklebt worden. Acht weitere Stellen, an denen die Werbung weiterhin sichtbar gewesen wäre, werden zusätzlich entfernt.

Julia Busse, Pressesprecherin des Deutschen Werberats, lobt das Verhalten des Unternehmens ausdrücklich: „Der 'Steaklieferant' hat sich eindeutig distanziert und zum Ausdruck gebracht, dass zukünftig keine ähnlichen Kampagnen mehr geschaltet werden.“

 
 

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