NRW: Experten ziehen erschreckende Bilanz – SO viele Badetote gab es allein im August

Die DLRG gab die Anzahl der Badetoten im Jahr 2020 bekannt. (Symbolbild)
Die DLRG gab die Anzahl der Badetoten im Jahr 2020 bekannt. (Symbolbild)
Foto: imago images

Egal ob im Schwimmbad, im See oder im Fluss: Bei den heißen Temperaturen im August haben viele Wasserratten in NRW Erfrischung im kühlen Nass gesucht und gefunden.

Dabei kam es leider immer wieder auch zu tragischen Unfällen in NRW. Im August war ihre Zahl besonders hoch. Dazu hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nun eine traurige Bilanz gezogen – doch es gibt auch Hoffnung.

NRW: So viele Badetote gab es bis August – doch eine Zahl macht Hoffnung

In den ersten acht Monaten des Jahres sind demnach 41 Menschen in NRW ertrunken. In ganz Deutschland starben insgesamt mindestens 329 Schwimmende oder Badende im Wasser. Die meisten tödlichen Badeunfälle gab es mit 68 Opfern in Bayern.

Von den 329 Badetoten seien 117 Menschen im August ertrunken, berichtet die DLRG – so viele wie seit 2003 nicht mehr. Zum Vergleich: 2019 waren es 45 Personen gewesen.

So traurig diese Zahlen auch sind: In diesem Jahr verunglückten in NRW 13 Personen weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte die DLRG mit. In ganz Deutschland waren es 20 Menschen weniger als zur gleichen Zeit im Jahr 2019.

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Das sind die Ursachen für Badeunfälle

„Sobald es heiß wird, gehen die Leute – oft zu sorglos – ins Wasser“, erklärt DLRG-Präsident Achim Haag. „Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern.“

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„Dadurch, dass zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten oder nur beschränkt zugänglich waren, haben sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht“, erklärt Haag.

Seen und Flüsse gehören zu den Unfallschwerpunkten, an den Küsten von Nord- und Ostsee komme es seltener zu schlimmen Unglücken. Der Grund dafür: Die gut ausgebildeten Rettungsschwimmer, die zwischen Mai und September die Strände überwachen. „Die Zeit und die Leidenschaft, die sie ehrenamtlich aufbringen, sind unbezahlbar", sagte Haag.

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Das ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft:

  • Die DLRG ist mit rund 1,6 Millionen Mitgliedern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt
  • Seit ihrer Gründung (1913) hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu retten
  • Von 1950 bis 2019 hat sie rund 22,7 Millionen Schwimmprüfungen und fast fünf Millionen Rettungsschwimmerprüfungen abgenommen
  • Rund 47.000 Mitglieder wachen jährlich etwa drei Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern – dafür wenden sie rund 10,2 Millionen Stunden freiwillige Arbeit auf

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In Schwimmbädern kamen sechs Menschen ums Leben, in Hafenbecken, Gräben und sonstigen Orten waren es 16.

So viele Tote hat es allein im August gegeben

Besonders traurig ist die Zahl aus NRW aus dem August. In dem Monat starben allein 15 Menschen, das gute Wetter habe für den Anstieg von Badetoten gesorgt.

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32 der 41 Toten waren Männer, fünf waren jünger als 16 Jahre alt. Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol seien Gründe für die tödlichen Unfälle. (vh)

 
 

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