NRW: Erneut Nazi-Chats bei Polizei! Reul nennt verachtende Details

Eine weitere Whats-App Gruppe von Beamten der Polizei NRW ist aufgetaucht. Wieder handelt es sich um menschenfeindliche Inhalte.
Eine weitere Whats-App Gruppe von Beamten der Polizei NRW ist aufgetaucht. Wieder handelt es sich um menschenfeindliche Inhalte.
Foto: imago images / Deutzmann

In den letzten Monaten wurden entsetzliche Fälle von rechtem Gedankengut innerhalb der Polizei in NRW aufgedeckt.

Jetzt wurde eine weitere WhatsApp Gruppe mit erschreckenden Inhalten entlarvt. NRW-Innenminister Reul zeigt sich bestürzt. Sofort wurden zehn Beamte suspendiert.

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NRW: Weitere Fälle von Rassismus und Antisemitismus in der Polizei

Die neuen Erkenntnisse wurden am Dienstag während einer Razzia aus 160 Polizisten in den eigenen Reihen deutlich.

606 Datenträger seien beschlagnahmt worden und müssen nun ausgewertet werden. In der Chat-Gruppe selbst seien rund 8000 Nachrichten gepostet worden, die auch noch nicht alle gesichtet und bewertet worden seien. Die Gruppe besteht aus 15 Beamten, die sich regelmäßig zum Kegeln treffen.

In den Chatverläufen sind strafrechtlich relevante Inhalte geteilt worden. Reul sprach in einer Pressekonferenz von „hochgradig fremdenfeindlich und menschenverachtenden“ Gegenständen.

Erst im September war die Chat-Gruppe „Alphateam“ aufgeflogen. Während der Ermittlungen zu dem Fall wurde nun die zweite Gruppe entdeckt. Zwei der Beamten seien in beiden Fällen aktiv gewesen.

Heftige Konsequenzen für die Polizisten

Angesicht dieser Entwicklungen gibt es derzeit 191 Polizisten, die die NRW-Sicherheitsbehörden im Visier haben. Es werde wegen Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen neun weitere Beamte ermittelt, bestätigte die Staatsanwaltschaft Duisburg. Insgesamt seien es in dem in Duisburg geführten Verfahren nun 24 Beamte.

Jetzt werden die schrecklichen Gesprächsinhalte der Beamten offengelegt. Offenbar handelte es sich um Bilder etwa mit Blick durch ein Zielfernrohr auf einen arabisch aussehenden Menschen mit der Unterschrift: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.“. Zum Christchurch-Anschlag, bei dem ein Rechtsterrorist in Neuseeland 51 Menschen tötete, hieß es: „Zu viele Fehlschüsse.“. Dies bestätigte Innenminister Reul.

Außerdem sollen Bilder von Adolf Hitler sowie weitere antisemitische Inhalte ausgetauscht worden sein.

Gerwerkschafts-Chef zeigt harte Kante

Der Chef der Gewerkschaft der Polizei NRW, Michael Mertens, ist ähnlich schockiert: „Es war zu befürchten, dass durch die Ermittlungen weitere Fälle ans Licht kommen. Sollten die Vorwürfe zutreffen, gibt es keine zwei Meinungen: Wer menschenverachtende oder rassistische Dateien teilt, hat bei der Polizei nichts zu suchen“.

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Dennoch müsse in einem solchen Falle das Arbeitsgericht über die Kündigung der Schuldigen urteilen, sagt Mertens. (neb mit dpa)