NRW: Nach Erdbeben in der Eifel – Experten schocken mit dieser Erkenntnis

NRW: Nach dem Erdbeben in der Eifel schocken Experten mit einer Erkenntnis. (Symbolbild)
NRW: Nach dem Erdbeben in der Eifel schocken Experten mit einer Erkenntnis. (Symbolbild)
Foto: imago images / UPI Photo

NRW. Vor knapp einer Woche erschütterte ein Erdbeben die Eifel und ihre Region. Das Beben mit einer Stärke von 2,8 war in der Umgebung teilweise deutlich zu spüren und jagte den Menschen in NRW einen Schrecken ein.

DER WESTEN hat mit Experten über das Naturereignis gesprochen. Eine Erkenntnis schockiert dabei besonders.

NRW: Nach Erdbeben in der Eifel schocken Experten mit einer Erkenntnis

Das Jahr 2021 war gerade ein mal zwei Tage alt, da bebte die Erde zwischen Aachen und Roetgen (NRW) am Morgen plötzlich. Einige Bürger berichteten von klirrendem Geschirr, vereinzelt hätten auch Türen und Fenster geklappert. Größere Schäden wurden in dem Gebiet, welches auch als „Niederrheinische Bucht“ bezeichnet wird, allerdings nicht gemeldet.

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Im Gespräch mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erklärt Pressesprecherin Marianne Suntrup, dass Erdbeben der Stärke 2,8 für die Menschen grundsätzlich nicht gefährlich seien. Erst ab einer Stärke von circa 4,5 bis 4,8 seien Gebäudeschäden möglich.

Zugleich sagt Suntrup: „Grundsätzlich muss in Deutschland, auch in NRW mit einem schweren Erdbeben gerechnet werden.“ Das habe die Anfang Dezember veröffentlichte Risikoanalyse ergeben, an der diverse Experten unter anderem auch vom Geologischen Dienst NRW beteiligt waren.

Und so schockiert vor allem die Erkenntnis: „(...) Erdbeben bis zu einer Magnitude von 7 werden (..) prinzipiell als möglich angesehen“, wie Sebastian Busch vom Geologischen Dienst NRW auf Anfrage sagt. Die Menschen in Deutschland und in NRW müssen damit also auch mit weitaus stärkeren Beben rechnen, als jenes, das Anfang Januar die Niederrheinische Bucht erschütterte.

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP

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Busch erinnert daran, dass starke, gebäudeschädigende Erdbeben bereits mehrfach das Gebiet von NRW betroffen hätten. „Das Auftreten von Starkbebenereignissen mit Schäden an Infrastruktur, Verletzten und teilweise Toten sind für Erdbeben in historischer Zeit belegt und lassen sich sogar bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Aus paläoseismologischen Untersuchungen weiß man, dass sich in vorhistorischer Zeit auch stärkere Beben ereignet haben“, so der Experte weiter. Am 13. April 1992 etwa hatte es in der Nähe der niederländischen Grenzstadt Roermond ein Erdbeben der Stärke 6,0 gegeben. In der Altstadt von Bonn stürzte damals ein Teil einer Hausfassade auf ein geparktes Auto.

Erdbeben in NRW nicht vorhersehbar

Zudem sind sich die Experten vom BBK und dem Geologischen Dienst NRW einig darüber, dass ein konkretes Auftreten eines Erdbebens in NRW nicht vorhersehbar sei. Busch sagt: „Der westliche Teil von NRW gehört zu den am stärksten durch Erdbeben gefährdeten Gebieten in Mitteleuropa.“ „Es ist daher umso wichtiger für diese Gefahr und dafür, dass Deutschland auch Erdbebenregion ist, zu sensibilisieren“, meint Suntrup. Die Akteure sollten für die Gefahr Erdbeben sensibilisiert, ihnen Herausforderungen im Zusammenhang mit einem extremen Erdbebenereignis dargestellt und Handlungsoptionen aufgezeigt werden.

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Nach dem Auftreten eines Erdbebens soll es dann schnell gehen: „Bereits wenige Minuten nach einem Erdbeben ab einer Magnitude von 3 alarmiert das Erdbebenalarmsystem NRW in einem vollautomatisierten Prozess die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr“, erklärt Busch. Schnelle Maßnahmen könnten also erst durch eine Alarmierung nach dem Auftreten eines Bebens eingeleitet werden.

Vorkommen starker Erdbeben selten

Auch wenn das Auftreten eines Erdbebens in unserer Region also nicht genau vorhersehbar sei und derartige Erschütterungen der Erdkruste „in unregelmäßigen zeitlichen Abständen“ erfolgen würden, so ließen sich aus der Häufigkeit von Beben unterschiedlicher Stärke statistische Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von Erdbeben ableiten, wie der Experte vom Geologischen Dienst NRW sagt. Ein Beben der Stärke 6,5, wie es als Szenario in der veröffentlichten Risikoanalyse durchgespielt wurde, trete hier alle 1.000 bis 3.000 Jahre auf; ein Erdbeben wie jenes am 2. Januar komme in der Niederrheinisches Bucht etwa ein Mal im Jahr vor. Und abschließend noch eine beruhigende Nachricht des Experten: „Es gibt keine Hinweise auf eine Zunahme der Erdbebentätigkeit in den letzten Jahren.“

 
 

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