NRW: Currywurst aus besonderem Fleisch – Start-Up will es so „alltagstauglich“ machen

Die Currywurst wird aus besonderem Fleisch gemacht. Und sieht auch anders aus als diese auf dem Bild. (Symbolbild)
Die Currywurst wird aus besonderem Fleisch gemacht. Und sieht auch anders aus als diese auf dem Bild. (Symbolbild)
Foto: Funke Foto Services

Eine Currywurst ist in NRW das, was den Franzosen ihr Baguette ist: Sie gehört einfach zum Lokalkolorit.

Ein Start-Up aus Halver in NRW hat sich vor einigen Monaten nun aber eine besondere Currywurst ausgedacht. Und nicht nur das.

Unternehmen aus NRW verkauft Currywurst aus besonderem Fleisch

Auch Bolognese und Leberwurst werden aus einem besonderen Fleisch gemacht.

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Zur Fertigung der Currywurst werden nämlich weder Rinder noch Hausschweine getötet, sondern Tiere aus dem heimischen Wald. Rehe, Wildschweine, Hirsche, all das was die Jäger in NRW vor die Flinte kriegen, kann bei dem Start-Up mit dem Namen Wildling im Glas landen.

Rehe und Wildschweine können schnell das Ökosystem durcheinander bringen

Dabei geht es natürlich nicht um wilde Schießerein und Jagden im Wald, sondern eben um die Tiere, die Jäger sowieso schießen würden. Gerade Rehe und Wildschweine werden oft in der Jagdsaison geschossen, um das natürliche Ökosystem des Waldes aufrechtzuerhalten und eine Überpopulation zu vermeiden.

Normalerweise landen viele der Tiere in Restaurants auf den Tellern. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie sind diese geschlossen, den Jägern fehlen die Abnehmer für das Fleisch.

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Wildling ist dankbarer Abnehmer in Corona-Zeiten

Und da kommt Wildling ins Spiel.

„Mit unserer Geschäftsidee, Wildbret für eine breitere Zielgruppe „alltagstauglich“ zu machen, haben wir für die aktuelle Herausforderung eine Lösung – wir nehmen Jägern das Wildbret zu fairen Preisen ab und vermarkten es modern“, erklärt Philip Karbus, Geschäftsführer von Wildling und selbst Jäger. „Zudem liefern wir Jägern eine Anleitung für die moderne Vermarktung in unseren Zerwirk-Kursen. Mit dem richtigen Knowhow und einer ansprechenden Präsentation ist es möglich, trotz Lockdown Wild zu verkaufen“.

Die Tiere stammen größtenteils aus den Wäldern NRWs und werden auch in NRW zerlegt und zu Wurst verarbeitet. Dafür arbeitet Wildling mit einer kleinen Wildmanufaktur „Meister Lampe & Co.“ aus Lüdenscheid zusammen.

Regionale Verarbeitung von regionalen Tieren

„Hinter der Manufaktur steht eine der letzten großen Familien-Fleischereien der Region mit über 200 Jahren familiärer Handwerkskunst, eigener Zerlegung und Wurstherstellung. In der Region ist das einzigartig und auch in ganz NRW nicht mehr häufig anzutreffen. Bei der Fleischerei Geier wird das Wild schließlich zerlegt und nach Rezeptur von „Meister Lampe & Co.“ handwerklich in die Wurst gefüllt. Wildling brät diese dann frisch an und füllt sie mit der hausgemachten Currysauce in Handarbeit in die Gläser ab“, heißt es von dem Unternehmen.

Der absolute Bestseller im Online-Shop ist die Currywurst aus einer Mischung von Reh, Hirsch und Wildschwein für 10 Euro im 435ml - Glas. (fb)