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NRW: Cranger Kirmes und Weihnachtsmarkt – Schausteller bangen um Existenz! „Wird uns nächstes Jahr nicht mehr geben“

Die Cranger Kirmes im Jahr 2019 (Archivbild).
Die Cranger Kirmes im Jahr 2019 (Archivbild).
Foto: Hans Blossey

Essen. Die Corona-Krise trifft viele Menschen nicht nur gesundheitlich, aber auch wirtschaftlich sehr hart. Manche Branchen sind davon noch schlimmer betroffen als andere. Denn seit von der Bundesregierung beschlossen wurde, dass Großveranstaltungen wie Festivals oder Jahrmärkte bis mindestens Ende Oktober verboten sind, bangen einige Branchen um ihre Existenz. Darunter auch Schausteller in NRW.

Club-Betreiber und Eventmanager in ganz Deutschland und NRW haben in einer spektakulären Protestaktion „Night of Light“ auf sich und das mögliche Sterben ihrer Branche aufmerksam gemacht.

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Ebenso betroffen sind auch viele Schausteller. Denn auch ihre Lebensgrundlage, Jahrmärkte, Festivals, Großevents wie die Cranger Kirmes oder das Stadtfest Essen Original fallen dieses Jahr aus.

Schausteller in NRW befürchten Aussterben ihrer Branche

Ob die Weihnachtsmärkte in der Form wie man sie kennt, stattfinden können: Es steht noch in den Sternen. Das wäre der Todesstoß für eine gesamte Branche befürchtet Karl-Heinz Barkhofen.

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Er vermietet unter anderem Kinderkarussells und das seit über 35 Jahren, in NRW ist der Schausteller sehr bekannt. Doch für das kommende Jahr sieht er schwarz, wenn nicht noch ein Einlenken der Politik kommt.

„Wir müssen gucken, dass irgendwie wenigstens die Weihnachtsmärkte laufen, sonst gibt es gar nichts mehr“, sagt Barkhofen. Zudem appelliert er an die Politik wegen eines Rettungsschirms speziell für Schausteller.

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Rettungsschirm wäre letzte Chance für viele Schausteller

„Wenn wir den nicht kriegen, wird es uns und unsere Branche nächstes Jahr nicht mehr geben.“

Albert Ritter, Vorsitzender des Deutschen Schaustellerverbandes, geht noch weiter. „Wenn die Schausteller sterben, dann stirbt auch eine 1200 Jahre alte Tradition der Kirmessen und Volksfeste“, sagte er in einem Interview mit der Deutschen Welle.

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Albert Ritter ist entsetzt über die Maßnahmen

Und schreibt zusätzlich noch auf seiner Facebook-Seite: „Angesichts der Bilder mit Zehntausenden dicht gedrängter Menschen auf Straßen, Plätzen, ob auf Demos, touristischen Zielen oder in Fußgängerzonen, darf wohl die Frage erlaubt sein, warum wird das Schaustellergewerbe (...) weiter ungleich behandelt ? (...) Aber die kleinste Familienkirmes auch mit geringsten Besucherzahlen darf bis Ende August nicht in Betrieb genommen werden.. Ein pauschales Verbot ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Coronafallzahlen ist nicht länger haltbar.“

Diese Aussage stammt vom 7. Juni. Am 17. Juni hat die Bundesregierung das Verbot für Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober verlängert.

1200-jährige Tradition der Schausteller

Derzeit setzt sich Albert Ritter in Berlin für den von Barkhofen geforderten Rettungsschirm für Schausteller ein.

Damit die Tradition und mit ihr die geliebten Volksfeste und Weihnachtsmärkte nicht verschwinden. (fb)

 
 

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