NRW: Raser im Corona-Wahn! Jetzt hat die Polizei die Faxen dicke – „Wenn die Raserszene glaubt...“

NRW: Raser nutzen die leeren Straßen für ihre Rennen. Die Polizei ergreift jetzt Maßnahmen.
NRW: Raser nutzen die leeren Straßen für ihre Rennen. Die Polizei ergreift jetzt Maßnahmen.
Foto: dpa/Tiefbauamt Dortmund; Montage: DER WESTEN

Corona und die Ausgangsbeschränkungen in NRW sorgen derzeit für leere Straßen. Das hat offenbar die Raserszene als Einladung verstanden, mal wieder so richtig Gas zu geben. Die Raser in NRW im Corona-Rausch!

Im ganzen Ruhrgebiet häufen sich seit der Corona-Krise die Probleme mit Rasern. Die Polizei in NRW ist in Alarmbereitschaft wegen der Corona-Raserei.

NRW: Raser im Corona-Rausch - Polizei schlägt Alarm

Essens Polizeipräsident Frank Richter stellte klar: „Wir dulden kein rücksichtloses Verhalten im Straßenverkehr und werden konsequent gegen diese Raser vorgehen!“ Dazu wolle man verstärkt Kontrollen im Essener und Mülheimer Stadtgebiet durchführen.

Einige Beispiele der Raserei in Corona-Zeiten:

  • 24. März, Essen: Bei Kontrollen auf der Wuppertaler Straße erwischt die Polizei 81 Fahrer, die schneller als die erlaubten 70 km/h unterwegs waren. Trauriger Rekord: 175 km/h und damit 105 km/h zu schnell.
  • 25. März, Gelsenkirchen: Mercedes-Fahrer rast mit 129 km/h auf dem Nordring. Erlaubt sind hier 50 km/h. Ergebnis für den Gladbecker mit seiner E-Klasse: zwei Punkte, drei Monate Fahrverbot und 1.360 Euro Bußgeld.
  • 27./28. März, Dortmund: Die Polizei kontrolliert in den Abendstunden 60 Fahrzeuge. In 23 Fällen müssen sie eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Ansammlungsverbot schreiben. In vielen Fällen befinden sich mehr als zwei Personen im Wagen. Statt Einsichtigkeit gibt es dumme Ausreden und Respektlosigkeiten: Bestes Beispiel: „Wir kommen aus Recklinghausen und hatten Hunger!" Alle vier Insassen des Wagens kassierten jeweils ein Bußgeld von 200 Euro wegen Verstoßes gegen das Ansammlungsverbot.

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Dortmund: Polizei und Stadt ergreifen Maßnahmen

In Dortmund, wo die Raserszene auf dem Wall seit jeher besonders aktiv ist, haben Polizei und Stadt jetzt die Nase voll. Im Bereich des Ostwalls wurde am Montag die Fahrbahn durch den Einsatz von Betonelementen auf nur eine Spur verengt.

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„Es scheint, als würden manche Menschen selbst in diesen schwierigen Zeiten nicht verstehen, worum es geht. Weil andere Treffpunkte wie Bars und Clubs entfallen, treffen sie sich mit ihren Autos in der Dortmunder Innenstadt. Und das ohne jegliche Rücksicht darauf, dass ein Kontaktverbot gilt und dass die Anwohnerinnen und Anwohner gerade jetzt ein Anrecht auf Ruhe haben“, sagt Ralf Ziegler, Leiter der Direktion Verkehr bei der Dortmunder Polizei.

Auch Stadtrat Arnulf Rybicki betont: „Wenn die Raserszene glaubt, freie Bahn zu haben aufgrund des reduzierten Verkehrsaufkommens durch das Corona-Virus, dann haben sie sich getäuscht.“ Zugleich werde man genau beobachten, welche Auswirkungen die Maßnahme auf die Verkehrssituation habe: „Wir möchten auch nicht die Autofahrer, die sich an die Regeln halten, mit neuen Staus bestrafen.“

Inwieweit die neuen Maßnahmen Wirkung zeigen, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen. Wie der Twitter-Kanal „Stop Wallraser“, der die Raser-Szene in Dortmund seit Monaten beobachtet, berichtet, scheinen Geschwindigkeits-Rowdys bereits neue Ausweichstrecken gefunden zu haben.

 
 

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