NRW: Nur mit Corona-Impfausweis in die Disko? „Dann können wir auch alles geschlossen lassen“

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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Es klingt so einfach, aber ist doch so richtig.

Seit mehr als fünf Wochen haben Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen, geholfen hat es wenig. Natürlich, das weiß auch Thorsten Hellwig, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes in NRW („Dehoga“), könnten die Zahlen ohne Lockdown-Light noch schlechter sein. Doch Anlass zur Hoffnung geben sie weiter nicht.

Es ist ein eindringlicher Appell, den Hellwig wiederholt.

NRW: Gastro im Lockdown – wie geht es danach weiter?

Hellwig ist derzeit Krisenmanager für eine von Corona heftig getroffene Branche. „Wir als geschlossene Branche können nur an die AHA-Regeln appellieren. Im nächsten Jahr werden Impfungen helfen, aber jetzt ist es ganz wichtig, dass sich alle an die Regeln halten. Das hilft uns am schnellsten und damit auch den Menschen, wenn wir wieder öffnen können“, sagt er im Gespräch mit DER WESTEN.

„Die Stimmung unter den Gastronomen ist verheerend. Gastronom zu sein ist für die meisten eine Passion. Die wollen arbeiten, keine Unterstützung vom Staat. Aber das können sie derzeit nicht. Das ist die mentale Seite, dazu kommt der betriebswirtschaftliche Aspekt“, schildert Hellwig. Hinzu komme die neue Unsicherheit, wie es im nächsten Jahr weitergeht. „2020 war ein Streichresultat für fast alle. Es wird langsam wirtschaftlich und mental eng. Und das Problem ist, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.“

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Das ist das Coronavirus:

  • ist SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch: severe acute respiratory syndrome coronavirus 2)
  • gehört zur Familie der Coronaviren, eine Infektion kann neue Atemwegserkrankung Covid-19 verursachen
  • erstmals 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt
  • wurde von der WHO am 30. Januar 2020 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ und am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft
  • Infektion erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion und Aerosole

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Hellwig wünscht sich Perspektiven

Es brauche eine „Perspektive und Rahmenbedingungen“, um etwa bei bestimmten Werten wieder öffnen zu können. Die Hoffnung, dass Impfstoffe kurzfristig weiterhelfen, ist bei Hellwig nur begrenzt da. „Die jungen Menschen, die in Bars und Clubs gehen, werden als letztes geimpft. Wenn wir auf die Idee, einen Impfausweis bei Eintritt zu verlangen, warten, können wir unsere Betriebe auch gleich geschlossen lassen.“

Revier-Politiker gegen Impfausweis

Auch Politiker aus dem Ruhrgebiet sehen einen „Normales-Leben-Ausweis“, wie er in Großbritannien im Gespräch ist, kritisch. Serdar Yüksel (47, SPD), NRW-Landtagsabgeordneter aus Bochum, sagt zu DER WESTEN: „Ich persönlich bin gegen so etwas wie ein Immunitätsausweis, es darf keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Stattdessen ist Impfaufklärung nötig, damit sich so viele Menschen wie möglich auch impfen lassen.“

Auch Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz (52, CDU) sieht einen Impfausweis als Zugangsvoraussetzung für Flugreisen oder Diskobesuch skeptisch: „Ich halte das für eine nicht praktikable Lösung, weil der Impfstoff Stand jetzt nur sich selbst und keine anderen Personen vor einer Infektion schützt.“

Das sieht auch der österreichische Zukunftsforscher und Tourismus-Experte Andreas Reiter so. Er rechnet im Interview mit DER WESTEN mit einer stufenweisen Lockerung im zweiten Quartal 2021. Er warnt: „Man muss extrem aufpassen, dass man die Spaltung der Gesellschaft nicht verstärkt. Daher denke ich eher, dass es über Schnelltests funktionieren wird. Tests, die fünf Minuten dauern. Die werden permanent verbessert.“

„Wenn ein Schnelltest 30 Euro kostet und ein Kaffee drei Euro, dann...“

Das hält Thorsten Hellwig für eine Möglichkeit. Doch der Dehoga-Sprecher gibt auch zu bedenken, dass Schnelltests wohl der Gastronomie nur bedingt weiterhelfen: „Wenn ein Schnelltest 30 Euro kostet und ein Kaffee drei Euro, dann lohnt sich das weder für Gast noch für Gastronom.“ Praktikabler, davon ist der Dehoga-Sprecher überzeugt, seien kurzfristig Innovationen durch technische Anlagen. Durch eine verbesserte Luftreinigung könnten vor allem eine Verbreitung durch Aerosole verhindert werden.

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„Was ich gelernt habe: Man darf nichts ausschließen.“ In dieser Krise heißt es flexibel zu sein. Aber vorerst vor allem geduldig zu sein...