NRW: Bundesweite Kinderporno-Razzia – Ermittler entdecken Kinder- und Sexspielzeug bei unverheiratetem Mann

Bundesweite Kinderporno-Razzia: bei 65 Beschuldigten wurden die Wohnungen durchsucht.
Bundesweite Kinderporno-Razzia: bei 65 Beschuldigten wurden die Wohnungen durchsucht.
Foto: picture alliance/dpa | Alex Talash

Bundesweiter Schlag gegen Kinderpornografie!

Seit dem Morgengrauen durchsuchen Ermittler in zehn Bundesländern Wohnungen von 65 Tatverdächtigen wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte. Auch Spezialeinheiten sind im Einsatz.

Die Schwerpunkte lagen in NRW, Bayern und Niedersachsen, teilten die Ermittler mit. Über 1.000 Polizisten waren unter Leitung der Polizei Köln im Einsatz.

Bundesweiter Schlag gegen Kinderpornografie - Schwerpunkt NRW

Alleine in NRW richten sich die Durchsuchungen gegen 16 Beschuldigte. In Niedersachsen wurden 13 Objekte durchsucht, in Bayern waren es 14.

Der heutige Einsatz dauert nach wie vor an. Schon jetzt wurden über 1.000 Aservate, vorwiegend Datenträger, Handys und Tablets sichergestellt.

Die Ermittler setzen bei ihren Durchsuchungen auf den Überraschungseffekt: „Das ist ein wesentlicher Faktor, um Datenträger zu finden und vor Löschung zu bewahren,“ sagte der Leiter der BAO Berg, Michael Esser.

Kinder- und Sexspielzeug aufgefunden

Es habe bei den Durchsuchungen am Dienstag keine Hinweise auf aktive Missbrauchstäter gegeben, so Esser auf einer Pressekonferenz am Nachmittag. Daher gab es auch keine Festnahmen. Doch an einem Objekt sei ein 13-jähriges Kind angetroffen worden. Weil die Wohn- und Familienbeziehungen unklar waren, hat sich das Jugendamt entschieden das Kind in Obhut zu nehmen.

Bei einer Durchsuchung habe ein Tatverdächtiger versucht vor den Beamten zu flüchten. In einem anderen Fall fanden die Ermittler bei einem unverheirateten Mann ohne Kinder Sex- und Kinderspielzeuge.

Täter haben kreative Verstecke

Bei einem weitläufigen Objekt seien drei Datenträger-Spürhunde zum Einsatz gekommen, um die äußerst kreativen Verstecke ausfindig zu machen. „Das zeigt mir, dass wir die richtigen Täter identifizieren und angehen konnten“, bilanzierte Esser.

Auf die Spur waren die Behörden den Tatverdächtigen durch vorherige Funde und ausgewertete Chats gekommen.

Zweiter Schlag seit September

Es ist die zweite bundesweite Mega-Razzia der BAO (kurz für Besondere Aufbauorganisation) „Berg“. Schon am 1. September hatten die Polizisten in zwölf Bundesländern mit rund 1000 Einsatzkräften die Anschriften von rund 50 Beschuldigten durchsucht und dabei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Ermittlungen nahmen in Bergisch-Gladbach ihren Anfang

Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Berg“ der Kölner Polizei ermittelt seit Oktober 2019. Im Haus eines Mannes aus Bergisch Gladbach waren damals Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden worden. Über sein kriminelles Netzwerk stießen die Ermittler auf Hunderte weitere Verdächtige.

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Inzwischen wurden 52 Kinder aus den Händen Pädokrimineller befreit, gegen 330 Beschuldigte wird ermittelt. Elf Personen sind angeklagt, zehn sind bereits verurteilt worden und sieben weitere Verfahren an andere Länder abgegeben worden, erläuterte Esser die Erfolge der BAO Berg.

Auch Nicknames und Fantasienamen schützen Täter nicht

„Wir werden den Kampf gegen Pädokriminelle nicht aufgeben. Wir nutzen alle technischen Möglichkeiten, um das Leid der Kinder schnell zu beenden.“ Auch Nicknames und Fantasienamen sollten die Täter nicht in Sicherheit wiegen, betonte Esser.

Auch die Zusammenarbeit mit den digitalen Plattformen sei „sehr kooperativ“ bei der Bekämpfung der Kinderpornografie, lobte Oberstaatsanwalt Markus Hartmann als Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW.

 
 

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