Bergkamen

NRW: Brutale Attacke auf Realschülerin (12) – Polizei wertet Handyvideos aus

NRW: Die Polizei befasst sich mit Handyvideos einer Attacke auf eine 12-jährige Realschülerin aus Bergkamen. (Symbolbild)
NRW: Die Polizei befasst sich mit Handyvideos einer Attacke auf eine 12-jährige Realschülerin aus Bergkamen. (Symbolbild)
Foto: imago images / photothek

Bergkamen. Mehrere Handyvideos eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Realschülerin (12) in Bergkamen (NRW) beschäftigen die Polizei.

Am 21. August soll eine 13-jährige Jugendliche ihre 12-jährige Mitschülerin an einer Bushaltestelle im Bereich der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bergkamen (NRW) verprügelt haben. Doch auch die Schüler, die das Geschehen vor rund drei Wochen beobachteten, geraten nun ins Visier der Ermittler.

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Denn als sich der brutale Angriff zutrug, ging keiner der anwesenden Jugendlichen dazwischen, um der 12-Jährigen zu helfen. Ganz im Gegenteil: Gleich mehrere Schüler sollen direkt ihre Handys gezückt und die Auseinandersetzung gefilmt haben.

Gegen eine Schülerin, die mit 14 Jahren bereits strafmündig ist, ermittelt die Polizei bereits wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. Die Jugendliche hatte Videoaufnahmen der Szene angefertigt und diese weiterverbreitet. Ihr droht eine Geldstrafe oder ein Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren.

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Die verschiedenen Aufnahmen werden aktuell von der Polizei ausgewertet, teilte Polizeisprecher Christian Stein dem „Westfälischen Anzeiger“ mit.

Mutter beklagt Mobbing: „Leben zur Hölle gemacht“

Die erschütterte Mutter der 12-Jährigen hat unterdessen eine Anzeige gegen die Schule wegen unterlassener Hilfeleistung aufgegeben. In einem sechsminütigen Online-Video erzählt sie, dass ihre Tochter offenbar schon länger massiv unter Mobbing litt. Die mutmaßliche Täterin habe der 12-Jährigen schon zuvor an der Schule das „Leben zur Hölle gemacht“, in dem Handyvideo habe sie ihr Opfer geschlagen, ausgelacht und bespuckt.

Auch andere Mitschüler sollen von der 13-Jährigen schikaniert worden sein. In den Augen der Mutter habe die Schule zu wenig gegen die Unruhestifterin unternommen: „Wir fühlen uns tief im Stich gelassen.“ Gegenüber dem „Westfälischen Anzeiger“ teilte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg mit, dass an der Schule zwar „massive Probleme“ durch das Verhalten der besagten Schülerin aufgetreten seien. Jedoch ging man Ende 2019 davon aus, die Konflikte zwischen den Schülerinnen gelöst zu haben.

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Die 13-Jährige wurde mittlerweile in eine andere Klasse versetzt. Strafrechtliche Konsequenzen muss sie laut Polizeisprecher Stein zwar nicht fürchten, allerdings könne das Jugendamt erzieherische Maßnahmen einleiten. (at)

 
 

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