NRW/Berlin: Nach Nazi-Chats bei der Polizei in Essen – jetzt gibt es diese erschreckenden Nachrichten aus Berlin

Nach den rechtsextremen Chatgruppen in NRW gibt es nun beunruhigende Nachrichten aus Berlin. (Symbolbild)
Nach den rechtsextremen Chatgruppen in NRW gibt es nun beunruhigende Nachrichten aus Berlin. (Symbolbild)
Foto: imago images / serienlicht; imago images / onw-images

Bei den Polizeiinspektionen im Land kehrt derzeit keine Ruhe ein. Mitte September war in NRW eine Chatgruppe mit mindestens 29 Beamten der Polizei Essen und Mülheim aufgeflogen. Wohl über Jahre wurden dort rassistische Inhalte geteilt, es folgte eine bundesweite Diskussion um strukturellen Rassismus in den Polizeibehörden.

Danach kamen immer neue Gruppen ans Licht, die Ermittlungen dauern in vielen Fällen noch an. Neben NRW ist auch Berlin in die Schlagzeilen geraten. Recherchen von „Monitor“ in der ARD hatten über eine Chatgruppe berichtet, in der ebenfalls menschenfeindliche Äußerungen getätigt wurden. Nicht einmal zwei Wochen später gibt es in Berlin nun den nächsten Fall.

NRW/Berlin: Wieder rassistische Chatgruppe bei der Polizei

Wie die Polizei Berlin am Mittwoch mitteilte, sei die Chatgruppe mit mindestens 26 Studienanfängern und Studienanfängerinnen der Polizei Berlin durch eine Dienstkraft zur Anzeige gebracht worden. Dort seien Memes – Bilder, die mit einem kurzen Text unterlegt werden – mit rassistischen und menschenverachtenden Inhalten geteilt worden.

Gegenüber DER WESTEN bestätigte die Behörde, dass es sich dabei nicht um die Chat-Gruppe handelte, die bereits Anfang Oktober im ARD-Magazin „Monitor“ bekannt gemacht wurde.

Im Zusammenhang mit der nun bekannt gewordenen Chatgruppe seien bereits Durchsuchungen erfolgt und Beweismittel beschlagnahmt worden. Berlins Polizeipräsidentin Dr. Slowik dazu: „Ich bin sehr dankbar für diesen Hinweis aus den eigenen Reihen. Solche Hinweise aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen sind für mich von großer Bedeutung. Die neben dem Strafverfahren erforderlichen Maßnahmen werden wir unverzüglich sowie konsequent ergreifen und umsetzen.“

Polizist meldet Chatgruppe

Für die Polizei dürfte es tatsächlich ein öffentlichkeitswirksames Zeichen zu einem dankbaren Zeitpunkt sein. Bei den vorangegangenen aufgedeckten rassistischen Chatgruppen waren die Inhalte von anderen Beamten zum Teil jahrelang nicht gemeldet worden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach im September von einem „falsch verstandenen Korpsgeist“.

+++ Polizei Essen: Nazi-Skandal erschüttert NRW – Beamte räumen Postings ein +++

In Essen fiel der Chat erst im Rahmen anderer Ermittlungen gegen einen Beamten auf. Und laut „Monitor“ habe von der Gruppe in Berlin sogar ein Vorgesetzter gewusst. Er forderte die Mitglieder jedoch lediglich dazu auf, keine strafrechtlich relevanten Inhalte zu teilen. Die Polizisten, welche sich an das Magazin gewandt hatten sprachen von großen Hürden beim Melden solcher Fälle und der Angst, als Nestbeschmutzer gebrandmarkt zu sein.

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Ob der aktuelle Fall in Berlin dazu beitragen kann, diese Strukturen nachhaltig zu verbessern, ist zweifelhaft. Für einige Polizisten kann er jedoch vielleicht zum Vorbild dienen. (dav)

 
 

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