NRW: Aktivisten zertrampeln Feld von Bauer Willi – unglaublich, wie Grünen-Politiker darauf reagieren

Klima-Aktivisten durchbrechen auf dem Weg zum Tagebau Garzweiler eine Polizeisperre und stürmen über einen Acker.
Klima-Aktivisten durchbrechen auf dem Weg zum Tagebau Garzweiler eine Polizeisperre und stürmen über einen Acker.
Foto: Youtube @paul gnw

Garzweiler. Zu Hunderten trampeln, rennen und kämpfen sich die Klima-Aktivisten der Bewegung „Ende Gelände“ über Äcker. Die Polizei versucht zu verhindern, dass sie zarte Pflänzchen und Maisfelder zerstören, doch vergebens. Das Ziel der Aktivisten: Die Besetzung des Tagebaus Garzweiler in NRW.

Ihre Aktion ist illegal. Der Betreiber RWE stellt zahlreiche Anzeigen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch. Doch auch die örtlichen Bauern leiden unter dem Protest. Bei Hitze sind ihre Pflanzen höchst anfällig. Einige, wie Bauer Willi Schillings sind auf die Ernte-Einnahmen angewiesen. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Aktivisten: Sie sollen seine Pflanzen zertrampelt haben.

Doch einige Grünen-Politiker reagieren mit Unverständnis seine Sorgen. So schreibt Georg Kössler, Abgeordneter aus Berlin, bei Twitter: „Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry.“

+++ Garzweiler: Tausende Demonstranten bei Protest gegen Braunkohle +++

NRW: Klima-Aktivisten trampeln durch Felder – Grünen-Politiker rudert zurück

Später rudert Kössler deutlich zurück. „Umgetrampelte Felder sind uncool“, schreibt er und schiebt ein „SORRY“ hinterher.

Dennoch verweist er darauf, dass die Aktivisten auf ihrem Weg zum Tagebau der Polizei hätten ausweichen müssen. Er bezieht sich auf ein Video. Eine Pferdestaffel der Polizei begleitet die Demonstranten - und reitet dabei mitten durch ein Feld.

Auch die Landesvorsitzende der Grünen in Rheinland-Pfalz, Jutta Paulus, erklärt, dass das Zertrampeln der Äcker in Kauf genommen wurde, um weiterzukommen.

Andere Videos hingegen zeigen, wie die Demonstranten eine Polizeiblockade durchbrechen und ganz aktiv den Weg über die Felder suchen.

Es ist wie häufig bei den Protesten rund um den Tagebau Garzweiler: Aussage steht gegen Aussage. Demonstranten richten Vorwürfe gegen die Polizei. Die sich ihrerseits auf geltendes Recht bezieht und das Verhalten der Demonstranten anprangert.

Bauer Willi fordert Respekt

Zurück bleiben Bauern wie Willi Schillings, der vor seinem völlig zertrampelten Möhren- und Petersilienfeld steht. 1800 Euro verdient er an seinen Feldfrüchten - im Monat. Er habe Verständnis für jede Form des Protests, doch Kollateralschäden müssten vermieden werden.

„Es geht mir viel mehr darum, dass mit dem unsinnigen Verhalten Lebensmittel zerstört und damit unsere Arbeit missachtet wurde. Das schmerzt mehr als der finanzielle Schaden“, schreibt er auf seiner Homepage. Auch er verweist auf ein Video, das zeigt, wie Aktivisten in weißen Anzügen durch sein Möhrenfeld stampfen. Sie werden übrigens nicht durch die Polizei verfolgt oder bedrängt.

Die Polizei empfiehlt den örtlichen Bauern: Anzeige erstatten, damit Anspruch auf Schadensersatz entsteht.

Am Montag bezog auch „Ende Gelände“ dazu Stellung: „Für Schäden auf den Feldern möchten wir uns lieb entschuldigen & werden entschädigen.“ Sie haben Bauer Willi eine persönliche Entschuldigung angeboten und wollen Kontakt zu ihm aufnehmen.

>> Auch ein anderer Grünen-Politiker sorgte für Wut. Er bemängelte, dass die Aktivisten zu wenig Essen und Trinken von der Polizei bekommen hätten.

 
 

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