Zu Weihnachten darf es auch etwas edler sein

Zum Aufwärmen geht es nach dem Shoppen bepackt mit Einkaufstüten zum Glühweinstand auf den Weihnachtsmarkt. Foto: Stephan Eickershoff
Zum Aufwärmen geht es nach dem Shoppen bepackt mit Einkaufstüten zum Glühweinstand auf den Weihnachtsmarkt. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool
Der Einzelhandel am Niederrhein ist mit dem Weihnachtsgeschäft bisher zufrieden. Immer mehr Niederländer shoppen hier.

Duisburg. Lutz Müller weiß es ganz genau: „Wir hatten 2,2 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr. „Rund 60 000 Menschen haben uns am dritten Adventssamstag besucht. 1300 mehr als am dritten Adventssamstag 2010", verrät der Center-Manager des Duisburger Forums. Das hat die Auswertung des elektronischen Frequenzzählers ergeben, mit dem das Einkaufszentrum seine Besucherströme analysiert. Dass trotzdem keine ganz genauen Zahlen vorliegen, liegt an einer Lücke im System: „Drei Seitengänge werden nicht erfasst.“

Auch sein Kollege Andreas Theurich, der die eben erst teileröffnete „Königsgalerie“ am Duisburger Kuhtor leitet, kann sich auf den Kollegen Computer verlassen: „30 000 Besucher am Tag, das ist kein schlechter Wert“, schwärmt er. Zumal etliche Shops in der neusten Einkaufsmeile am Niederrhein noch gar nicht geöffnet haben.“ Wer aber rechtzeitig fertig geworden ist, den freut’s: „Das Weihnachtsgeschäft bisher ist ganz ordentlich gelaufen.“

Der Griff zum teuren Pullover

Das ist überall spürbar. „Wenn der Schwung in den kommenden zwei Wochen und auch zwischen den Jahren anhält, dann war das Weihnachtsgeschäft 2011 wirklich gut“, erklärt Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. „Traditionell haben die Unterhaltungselektronik und Textilhändler profitiert. Aber auch die Parfümerien.“ Gerade dort ist das Weihnachtsgeschäft besonders wichtig: Da werden bis zu 30 Prozent der Jahresumsätze gemacht.

Besonders im Textilbereich seien hochwertige Stücke gefragt, betont Bommann. Sabine Ochtrop, Managerin des Modehauses Mensing in Wesel, kann diesen Trend bestätigen. Es darf in diesem Jahr ruhig etwas edler sein. Wer sonst nicht so markenbewusst ist, greift an Weihnachten doch gerne zu einem Pullover von Tommy Hilfiger“, sagt das Vorstandsmitglied der Weseler Werbegemeinschaft. Boomende Internetkaufhäuser wie Zalando und Co. seien für den Textilhandel kein Problem. „Die Leute schätzen das Einkaufserlebnis und wollen die Sachen sofort mitnehmen“, weiß Ochtrop.

Engelchen-Alarm im Duisburger Einkaufszentrum Forum. Foto: Stephan EickershoffTrend zu den Oberzentren

Wie wichtig der Erlebnisfaktor für den Einkauf ist, betont auch Wilhelm Bommann: „Die Türen zu öffnen alleine reicht nicht: Der Handel muss sich auch was einfallen lassen, um die Kunden in der eigenen Stadt zu halten“, betont der Mann vom Verband, der einen Trend zu Oberzentren wie dem „Centro“ oder der Duisburger Innenstadt ausgemacht hat. Dazu gehörten Weihnachtsmärkte genauso wie verkaufsoffene Sonntage oder ähnliche Aktionen.

Das kann Andreas Edler vom Klever City Netzwerk, in dem mehr als 200 Geschäfte zusammengeschlossen sind, nur bestätigen. „Deshalb bemühen wir uns auch, unseren Weihnachtsmarkt zu verlängern, um noch mehr Advents-Atmosphäre in die Innenstadt zu bringen.“ Bisher endet der Budenzauber meist kurz nach Nikolaus.

Insbesondere niederländische Einkaufs-Touristen schätzen die heimelige Atmosphäre nicht nur in der grenznahen Schwanenstadt, sondern auch an anderen Orten am Niederrhein. Sie lassen dabei erfahrungsgemäß Geld nicht nur an den Glühweinständen und Bratwurstbuden, sondern auch in umliegenden Geschäften. „Deshalb werben wir ganz gezielt in den Niederlanden“, macht Edler deutlich.

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