„Ziemlich stillekes“

Xanten..  Engelbert Humperdinck lebte vom Frühjahr 1877 bis 1887 in Xanten. Immer wieder mit Unterbrechungen, immer wieder kam er zurück. Sein Vater, Gustav Humperdinck, wurde im Mai 1877 zum Leiter des neuen katholischen Lehrerinnenseminars in Xanten berufen. In dem umgebauten Gebäude und dem ehemaligen Kapuzinerkloster am Markt – das heutige Rathaus – bezog die Familie Humperdinck eine kostenlose Dienstwohnung. Gustav Humperdinck eckte immer wieder mit der preußischen Obrigkeit an, u.a., wegen seiner Forderung, Frauen im Lehrbetrieb an höheren Schulen zuzulassen.

„Die Umgebung Xantens mit ihrer abwechslungsreichen Natur bildete in den 1870er Jahren als naturräumlicher Erlebnisort das Fundament für die so reichen musikalischen Naturbeschreibungen der späteren Erfolgsjahre“, so der Historiker Tim Michalak über Engelbert Humperdinck. Der hat in seinem Tagebuch notiert:

4. September 1879:

„Hier in Xanten habe ich mit Schwester und Bruder ziemlich stillekes. Ich habe angefangen, Tonbildchen zu Schillers „Glocke“ für Klavier niederzuschreiben, die ich neulich zu einem musikalischen Abende des Seminars im Verein mit Papa vortrug und diese auch bei den Xantenern Anklang fanden.“

18. September 1879 :

„Spaziergang in der ausgedehnten Hees mit den andern ... Nachgedacht über ein Vorspiel „Eleusis“. Abends bis zwei Uhr mit Wette „gekneipt“. Neuer Klaviersatz, Skizzen zu einer „Dionysosfeier“.“

25. September 1879:

„Spaziergang über Birten, Bellevue-Hügelchen des Fürsten und Hees... Über Chormusik nachgedacht ... Abends im Bett las ich einige Grimmsche Märchen, von denen ich mich sehr angeregt fühlte, so dass die arbeitende Phantasie mich lange nicht zur Ruhe kommen ließ.“

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