Weinspezialitäten aus dem Ländle

Steffen Letmathe
. Die gesamte Palette der badischen und württembergischen Weine präsentierte sich im Landschaftspark Nord . Foto:Udo Milbre
. Die gesamte Palette der badischen und württembergischen Weine präsentierte sich im Landschaftspark Nord . Foto:Udo Milbre
Foto: WAZ-Fotopool

Duisburg. 70 Winzer aus Baden und Württemberg sind am Samstag und Sonntag zur „Baden Württemberg Classics“ angereist um ihre Burgunder, Rieslinge, Muskataller, Rivaner oder andere Weine an den Kunden zu bringen. Es war ein kleines Jubiläum: Die Weinmesse fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal im Landschaftspark Nord statt und erfreute sich erneut steigender Beliebtheit. Über 4000 Besucher kamen nach Meiderich.

Viele Gäste bekundeten schon am Samstag ihr großes Interesse an den edlen Tropfen der Süddeutschen, wie der Messe-Organisator Ulrich Breutner bestätigte: „Die Besucherzahlen unserer Messe hier steigen von Jahr zu Jahr. Nachdem bereits am Samstag rund 1500 Menschen da waren und am Sonntag stets die doppelte Anzahl kommt, erwarten wir ein dickes Plus im Vergleich zum Vorjahr.“

3700 Gäste durften die Winzer, die mit ihrer Messe außer in Duisburg noch in München, Berlin und Hamburg gastieren, im Vorjahr begrüßen. „Besonders das Duisburger Gastspiel ist bei unseren Winzern mehr als beliebt“, verrät er.

Industriekultur trifft Lebenskultur

„Industriekultur trifft Lebensart“ – so lautete das Motto des Wochenendes. Und es trifft den Geschmack der Besucher. Aus ganz NRW sind sie angereist, um sich in einem Weinseminar fortzubilden oder ein Schnäppchen an einem der Verkaufsstände zu machen. Doch auch das Ambiente im Landschaftspark wurde durchaus geschätzt: „Wir fahren jedes Jahr in ein anderes Weinanbaugebiet in Deutschland, um dort ortsansässige Winzer zu unterstützen. Einen Standort wie hier haben wir aber noch nie erlebt.“, schwärmt Astrid Müller (64) aus Recklinghausen, nach dem sie eine der Führungen durch den Park mitgemacht hat. Diese wurden zum ersten Mal angeboten.

Harte Arbeit

Denkmäler der Industrie vereint mit einer Weinmesse: Auf den ersten Blick scheint das nur bedingt zu passen. Doch der Duisburger Ulrich Breuch (33) sieht das anders: „Auch wenn Maloche und Weinanbau auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Bei beiden wird jeden Tag hart fürs Überleben gearbeitet.“

Deutsche Weine erfreuen sich nicht nur steigender Beliebtheit, sondern vor allem auch steigender Qualität - dem Klima sei dank. In den vergangenen Jahren haben deutsche Weinerzeuger auf der internationalen Weinmesse „ProWein“ in Düsseldorf den Branchenführern aus Frankreich, Italien oder Übersee ein wenig den Rang abgelaufen – nicht ohne Grund. An Steilhängen mit bis zu Prozent Gefälle arbeiten die Weinbauern und sorgen mit 100 Prozent Handarbeit für eine Qualität, die sich mit den besten Weinen der Welt messen will und auch kann – etwa der Durchbacher Winzer Genossenschaft: Ihr Riesling Cabanet wurde im Jahr 2010 zum besten Wein in Deutschland ausgezeichnet. Es bleibt abzuwarten, ob auch der Niederrhein in den kommenden Jahren zu einer geeigneten Weinregion aufsteigen wird.

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