Wann bekommen Sie eigentlich eine Gänsehaut, Frau Berg?

Andrea Berg bei ihrem „Heimspiel“.
Andrea Berg bei ihrem „Heimspiel“.
Foto: Getty Images
Schlagersängerin Andrea Berg verrät, wie es sich anfühlt, wenn ihr 30 000 Fans auf der Bühne zujubeln – und warum ihr ein Konzert ihres Freundes Semino Rossi unter die Haut ging

Krefeld/Aspach..  Helene Fischer? Ja doch, sie sang gerade erst mit den Fußballweltmeistern um Jogi Löw auf der Bühne am Brandenburger Tor in Berlin ihren Hit „Atemlos durch die Nacht“.

Andererseits: Andrea Berg verkaufte bislang mehr als 13 Millionen Tonträger, hatte acht Nummer-1-Alben, stand mit ihrer Best-of-Scheibe 16 Monate lang an der Spitze der Verkaufscharts (Rekord!) und wird seit zwei Jahren mit den meisten Platzierungswochen im Guinnessbuch der Rekorde geführt.

Und am Wochenende war sie zur besten Sendezeit im ZDF zu sehen. Die gebürtiger Krefelderin begeisterte an zwei Abenden mehr als 30 000 Fans bei ihrem „Heimspiel“-Konzerten in Aspach – und einige Millionen Zuschauer vor dem Fernsehschirm.

Nach dem umjubelten Konzert mit DJ Bobo, Nik P., Semino Rossi und DJ Ötzi stellte sich die Sängerin den Fragen des TV-Senders.

Andrea, du hast dein 9. „Heimspiel“-Open-Air vor insgesamt über 30 000 Zuschauer in deiner Heimat gegeben. Mit welchen Worten würdest du die beiden Tage beschreiben?

Für mich ist das „Heimspiel“ einfach unbeschreiblich schön. Dass so viele Menschen jedes Jahr in meine Heimat kommen, um mit mir eine Sommerparty zu feiern, das ist schon der Wahnsinn. Es hat ein ganz eigenes Flair, weil viele schon eine Woche davor anreisen, am Gelände campen, wir zusammen Wanderungen durch die Weinberge machen und uns ganz ungezwungen und echt begegnen. Ich hab es mir nicht vorstellen können, dass das Open-Air mal so ein Ausmaß annimmt. Seit letztem Jahr spielen wir ja an beiden Tagen ein richtiges Konzert, um die Nachfrage zu bewältigen. Ich bin wahnsinnig glücklich und muss mich manchmal sogar selbst zwicken, ob das alles auch wirklich echt ist.

Wie muss man sich die Vorbereitungen für dieses Wochenende vorstellen?

Die Aufbauarbeiten beginnen etwa eine Woche davor. Dann wird der Rasen abgedeckt und Stück für Stück die Bühne aufgebaut. Ab Montag kommt dann die Band dazu und die Anspannung steigt so langsam. Es ist aber eine sehr schöne Anspannung, weil wir wieder alle zusammen sind. DJ Bobo, die Musiker und Tänzer, das ganze Team drumherum. Alle arbeiten dann konzentriert, es wird täglich geprobt und an der Show gefeilt. Zwischendurch lassen wir es uns aber auch gut gehen. In diesem Jahr haben wir uns am Mittwoch bei Pizza und Grillhähnchen einen schönen Abend gemacht und am Donnerstag gemeinsam die „Atlantis-Live“-DVD angeschaut.

Du hast in diesem Jahr dein Publikum mit einer Reihe von Special-Gästen überrascht. Semino Rossi war da, DJ Ötzi, Nik P., DJ Bobo und Andrea Kiewel. Was bedeutet dir das, mit Kollegen auf der Bühne zu stehen?

Was gibt es schöneres, als mit Freunden Musik zu machen? Es ist ein unheimlich tolles Gefühl, mit Menschen auf der Bühne zu stehen, mit denen ich schon so viel durchgemacht und erlebt habe. Semino Rossi beispielsweise hat 2007 auf meiner Hochzeit gesungen, ohne dass ich vorher davon wusste. Er hat sich einen Tag lang hier im Sonnenhof in seinem Hotelzimmer versteckt. Als er dann in der Kirche mit seiner Gitarre vor mir stand, kamen mir die Tränen. 2011 war ich mit ihm in seiner Heimat Argentinien und durfte dort mit ihm bei seinem Konzert singen. Das war Gänsehaut pur. DJ Bobo ist inzwischen ein sehr enger Freund geworden, er gehört schon fast zur Familie. Seit vier Jahren arbeiten wir zusammen und es macht extrem viel Spaß mit ihm. Weil er genauso denkt wie ich. Er hat Visionen, Kreativität und ein „Unmöglich“ gibt es bei ihm nicht. Das finde ich bewundernswert.

Die beiden Konzerte wurden zudem auch vom ZDF für eine Samstagabendshow aufgezeichnet. Hättest Du dir das jemals träumen lassen, dass dein Open-Air zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird?

Nein, das ist natürlich nicht in Worte zu fassen. Ich bin so dankbar für das, was gerade passiert. Ich bin so stolz auf mein Team, das alle meinen Ideen und Visionen mitträgt und so wundervoll umsetzt. Es ist unheimlich schön für uns alle, dass wir mit unserem Konzert im ZDF am Samstagabend um 20.15 Uhr erscheinen.

Das „Heimspiel“-Open Air ist ja offiziell das Ende der „Atlantis“-Tour gewesen. Hat sich aufgrund der TV-Aufzeichnung die Show geändert?

Ja, aber nur in einigen wenigen Abläufen und natürlich aufgrund der Gäste. So hatten wir an beiden Tagen musikalische Freunde von mir eingeladen, die während der Tournee nicht dabei waren. Aber in den Kernelementen ist es die Show, mit der wir auch auf Tour waren.

Apropos „Atlantis“-Tour. Mit über 300 000 Zuschauern war sie die erfolgreichste deiner Karriere. Konntest du das in irgendeiner weise schon wahrnehmen? Und wie gehst du damit um?

Das ist eine so tolle Bestätigung für unsere Arbeit. Über zwei Jahre haben wir an dieser „Atlantis“-Vision gefeilt. Versucht, Träume und Phantasien zu wecken, sie miteinzubauen und das Publikum zu entführen. Jedes einzelne Konzert war unbeschreiblich und von ganz hoher Intensität. Für dieses Gefühl lebe ich! Ich danke allen aus tiefsten Herzen dafür.

Zeitgleich zum „Heimspiel“ wurde auch die neue „Atlantis-Live“–DVD veröffentlicht. Was erwartet den Zuschauer dort?

Für mich als gebürtige Rheinländerin war das in der Kölner Lanxess Arena ein sehr emotionaler Abend mit einer fantastischen Stimmung. Es gibt ganz viele Emotionen, Musik, schöne Bilder und Momente hinter der Bühne zu sehen. Der Zuschauer erlebt meinen Tour-Alltag, sieht die Proben in der Halle und die Entstehung der Show. Man ist backstage bei mir in der Maske dabei, in der Garderobe und beim Soundcheck – also wirklich hautnah!

Nach so einem turbulenten Halbjahr machst du sicherlich erst einmal Pause. Was steht als nächstes bei dir an?

Ja, die Zeit war unheimlich intensiv und ich freue mich jetzt auch, ein paar ruhigere Tage in Kreise meiner Familie zu verbringen. Wobei es so wirklich ruhig bei uns auch nie wird. Im Augenblick entsteht bei uns im Sonnenhof ein kleines Winzerdorf mit 15 Chalets. Ich bin gerade dabei, die Gardinen dafür zu nähen. Dabei kann ich sehr gut entspannen und die Seele baumeln lassen. Stundenlang!

INFO: Das Interview drucken wir mit freundlicher Genehmigung von Sony Music.

 
 

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