Van Zoggel führt neue Sparkasse

Kreis Kleve.  Der gewählte Rahmen ließ schnell erkennen: Hier wird heute etwas sehr Wichtiges unterzeichnet. Im historischen Spiegelsaal der Schwanenburg wurden gestern die Fusionsverträge zwischen den Sparkassen Kleve, Emmerich-Rees und Straelen unterzeichnet und damit ein neues Geldinstitut am unteren Niederrhein geschaffen. Ab Ende August gehen die Geldhäuser in eine gemeinsame Bank auf, die künftig „Sparkasse Rhein-Maas“ heißen wird.

Für alle Beteiligten ist dies ein historischer Schritt. Seit Januar verhandeln die Häuser aus Kleve, Emmerich-Rees und Straelen über eine Fusion, die aufgrund der schwierigen Finanzlage dringend notwendig wurde. Rudi van Zoggel (Kleve), der künftig als Vorstandsvorsitzender die fusionierte Sparkasse leiten wird, führte noch einmal die Gründe für den Zusammenschluss an: „Die andauernde Niedrigzinsphase, der demografische Wandel, die Digitalisierung, die ausufernde Bankenregulierung und die gestiegenen Eigenkapitalanforderungen machen diesen Schritt notwendig.“

Größte Bank

Die neue Bank besitzt künftig eine Bilanzsumme von 2,3 Milliarden Euro und ist damit die größte Bank am unteren Niederrhein. „Dadurch können wir künftig auch größere Kreditnachfragen bedienen“, sagt van Zoggel. Bislang sind bei den drei Sparkassen 550 Mitarbeiter beschäftigt. Van Zoggel betonte, es werde keine Entlassungen geben. Gleichwohl wird ein Personalabbau angestrebt. 70 Stellen sollen in den nächsten Jahren nicht mehr besetzt werden. Ob darunter auch das bisherige Netz der Geschäftsstellen zu leiden habe, wollte van Zoggel noch nicht beurteilen. Das hänge von der gesellschaftlichen Entwicklung ab, von der Digitalisierung und der Wirtschaftlichkeit: „Aber das ist Zukunft“, so van Zoggel. Die neue Sparkasse geht mit 20 Filialen ins Rennen.

Ob in Zukunft die neue Sparkasse Rhein-Maas noch anwachsen wird? Van Zoggel kann sich das gut vorstellen. In drei bis fünf Jahren könne es durchaus passieren, dass weitere Sparkassen im Kreis Kleve sich diesem Verbund anschließen: „Wir sind offen“.

Für die Kunden soll sich so wenig wie möglich ändern. Gleichwohl müssen jetzt die Bankkonten abgeglichen werden, ob einige Kontonummern nicht doppelt auftauchen. Auch die IBAN-Nummer wird sich ändern. Hierauf müssen sich vor allem Geschäftskunden einstellen und ihr Briefpapier ändern. Bestehende Kredit- und Darlehensverträge mit Kunden werden selbstverständlich von der neuen Bank übernommen.

 
 

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