Türkischer Verein eröffnet privates Gymnasium in Duisburg-Meiderich

Markus Peters
Das Gebäude der Hauptschule an der Wiesbadener Straße. Foto: Udo Milbret
Das Gebäude der Hauptschule an der Wiesbadener Straße. Foto: Udo Milbret
Foto: WAZ-Fotopool
Der Rhein-Ruhr-Bildungsverein, der der Gülen-Bewegung nahe stehen soll, eröffnet in Meiderich ein Gymnasium für Mädchen und Jungen. Kritiker befürchten, dass dann anderen Schulen besonders talentierte Migrantenkinder als Vorbilder fehlen könnten.

Duisburg. Die Schullandschaft in Duisburg könnte ab September reicher werden. Der Rhein-Ruhr-Bildungsverein mit Sitz in Duisburg-Kasslerfeld, der der sogenannten Gülen-Bewegung nahe stehen soll, will in den Räumen der ehemaligen Hauptschule in Duisburg-Meiderich an der Wiesbadener Straße eine Privatschule eröffnen, ein zweizügiges, allgemeinbildendes Ganztagsgymnasium für Mädchen und Jungen.

„Schreiben Sie bitte nicht türkische Schule“, betont Erol Yücel, Vorsitzender des Trägervereins, „wir richten uns an alle, auch an deutsche Schülerinnen und Schüler.“ Unterrichtssprache ist deutsch. Türkisch wird als zweite Fremdsprache neben Französisch angeboten. Ebenso wie evangelische und katholische Religionslehre, Islamkunde und praktische Philosophie.“ Mit 50 bis 80 Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6 möchte das Gymnasium starten.

Kein Schulgeld

Schulgeld wird nicht fällig. Lediglich die Nachmittags-Betreuung durch Mentoren sei kostenpflichtig: „Wir rechnen mit einem Betrag von rund 100 Euro pro Schüler “, so Yücel. Bis zu 87 Prozent der Kosten der Privatschule werden vom Land Nordrhein-Westfalen getragen. Die restlichen 13 Prozent muss der Verein selbst tragen. „Wir finanzieren uns aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen“, betont der Vorsitzende des Trägervereins. So soll unter anderem der Rheinhauser Gleisbau-Unternehmer Abdullah Altun seine Unterstützung zugesagt haben.

Einen Antrag auf Genehmigung einer Schule hat der Trägerverein bereits am 19. April bei der Bezirksregierung in Düsseldorf eingereicht. „Der wird zur Zeit geprüft“, betont deren Sprecherin Jennifer Spitzner. Orhan Yilderim, der designierte Geschäftsführer der Schule, rechnet damit, dass das neue Gymnasium bereits zum kommenden Schuljahr den Betrieb aufnehmen kann. Die Mietverträge für das Gebäude sind schon längst unterzeichnet, mit Beatrix Karok ist eine Rektorin gefunden. Entsprechende Fachlehrer, deutscher und türkischer Herkunft, stehen bereit. Ihre Qualifikationen werden derzeit von der Bezirksregierung Düsseldorf überprüft.

Kritik von der Bildungsholding

Ralf Hörsken, Chef der Bildungsholding in Duisburg, sieht das neue Angebot nicht unkritisch: „Wir fürchten, dass durch das neue Gymnasium besonders talentierte Migrantenkinder angezogen werden, die dann als Vorbilder auf den umliegenden Schulen fehlen werden.“ Befürchtungen, die die Betreiber zerstreuen möchten: „Unsere Schüler werden nicht nur aus Duisburg, sondern aus der gesamten Region kommen“, betonen Yücel und Yilderim.