Tod nach alternativer Krebstherapie - Behörden ermitteln

Bilder einer Magnetresonanz-Mammographie zeigen einen kleinen Tumor in der Brust einer Patientin. Nach dem Tod einer Frau in Mönchengladbach ermitteln die Behörden gegen ein alternatives Behandlungszentrum.
Bilder einer Magnetresonanz-Mammographie zeigen einen kleinen Tumor in der Brust einer Patientin. Nach dem Tod einer Frau in Mönchengladbach ermitteln die Behörden gegen ein alternatives Behandlungszentrum.
Foto: dpa (Symbolfoto)
Eine Frau lässt sich mit Brustkrebs in einem alternativen Therapiezentrum behandeln - und stirbt kurz darauf. Jetzt ermitteln die Behörden und warnen.

Mönchengladbach/Brüggen.. Nach dem ungeklärten Tod einer 43-jährigen Niederländerin untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall. Die Frau war am Wochenende in einem Mönchengladbacher Krankenhaus verstorben – wenige Tage nach einer ambulanten Brustkrebsbehandlung in einer alternativmedizinischen Einrichtung in Brüggen. „Wir prüfen, ob es einen Zusammenhang gibt“, sagte ein Sprecher der Krefelder Staatsanwaltschaft gestern auf NRZ-Nachfrage. Die Frau hatte vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus über Kopfschmerzen geklagt. Sie soll teilweise verwirrt und zuletzt gar nicht mehr ansprechbar gewesen sein.

Die Ermittler waren aufmerksam geworden, weil ähnliche Anzeichen auch bei Diabetikern bei einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung auftreten. Patienten der Brüggener Einrichtung, die solche Symptome an sich bemerken, sollten sich an einen Arzt wenden – so die ebenso vorsorgliche wie „dringende“ Empfehlung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Einrichtung verfolgt offenbar den Ansatz, Krebszellen auszuhungern. Aus ihrer Homepage geht hervor, dass Patienten per Infusion ein Präparat verabreicht wird, das den Zuckerstoffwechsel der Krebszellen und damit deren Energiegewinnung blockieren soll.

Der Krefelder Behördensprecher betonte, dass man noch ganz am Anfang der Ermittlungen stehe. Eine Obduktion soll Aufschluss über die Todesursache der Frau geben. Die Brüggener Einrichtung selbst war auch bei mehrmaligen Versuchen telefonisch nicht erreichbar. Sie wirbt damit, dass ihre Krebstherapie frei von Giften sei. Eine 30-tägige ambulante Basisbehandlung kostet knapp 10 000 Euro.

 
 

EURE FAVORITEN