Stolperstein in Duisburg gestohlen – Staatsschutz ermittelt

Foto: WAZ FotoPool
Die Polizei sucht den oder die Täter, der/die einen Stolperstein in Walsum gestohlen haben. Mit Stolpersteinen wird an die Opfer des Nazi-Terrors erinnert. Der Stein neben der Hubbrücke in Walsum war 2005 zum Gedenken an den Niederländer Jaring Woudstra ins Pflaster gesetzt worden.

Alt-Walsum.. Unbekannte haben einen Stolperstein, der in der Nachbarschaft der Walsumer Hubbrücke in den Boden eingelassen war, gestohlen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz und die Polizei Duisburg sucht Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können. Sie sollen sich unter 0203 - 28 00 melden.

Stolpersteine verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig seit vielen Jahren im Auftrag von Städten und Organisationen, die an die Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern möchten. Der Walsumer Stein wurde in Gedenken an den Niederländer Jaring Woudstra gelegt. Woudstra war ein Binnenschiffer, der am 30. Juni 1888 geboren wurde und am 25. August 1943 von den Nazis hingerichtet worden war.

Aufgefallen war der fehlende Stein dem Walsumer Wolfgang Wösthoff, der allabendlich am Rhein spazieren geht. Er hat ihn am Zugang des Fußweges zwischen dem Dorf und dem Rheindeich zuletzt am 31. August gegen 19 Uhr gesehen. Am 1. September machte der Walsumer gegen 19 Uhr die Entdeckung und informierte die Polizei, die eine Anzeige schrieb.

Verlegt wurde der Stein im Herbst 2005, die Realschule Fahrn hatte sich dafür eingesetzt. Dort gibt es engagierte Schüler und Lehrer, die sich im Schulprojekt „Wider das Vergessen – für die menschliche Würde“ mit dem Nazi-Terror auseinandersetzen. Lehrer Helmut Feldhaus, der die Gruppe seit vielen Jahren leitet, ist entsetzt, dass der Stein gestohlen wurde, er hält eine „gezielte rechtsradikale Tat“ nicht für ausgeschlossen. Die Schule werde sich dafür einsetzen, dass der Stein erneuert wird.

 

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