So schön wurden wir veräppelt...

/WAZ FotoPool
/WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Am Niederrhein. NRZ und Dehoga luden am Wochenende wieder ein zur Niederrheinischen Landpartie mit sieben Stationen. Und einer war immer und überall dabei: der Apfel

Einen Apfel täglich und keine Krankheit quält dich. (Seneca)


Gern, liebe Niederrheinerinnen und Niederrheiner, wollen wir uns den klugen Spruch des römischen Philosophen zu eigen machen. Da haben wir doch alle miteinander die große Chance, 100 Jahre und älter zu werden - und, ehrlich, seit Samstag steigen für 50 Leserinnen und Leser die Möglichkeiten, Johannes Heesters noch zu überrunden, denn eines hatten wir wahrlich reichlich: Äppel! Zur Niederrheinischen Landpartie hatten NRZ und Dehoga Nordrhein (Hotel und Gaststättenverband) wieder aufgerufen - und der kerngesunde Bissfeste ist uns überall über den Weg gekullert: gebraten, gepflückt, gestampft, gepresst, gekocht, gebrannt und, nunja, auch gefallen.

Eine Niederrhein-Exkursion mit sieben Stationen - das hieß für alle: Noch vor der Sonne aufstehen. Aber was für eine Belohnung: Rot wie eine blankgewienerte Sternrenette kletterte unsere Begleiterin aus feinen Nebelschwaden in den Tag und bescherte uns einen wahrlich himmelblauen Spätsommerhimmel und einen „Untergang“ der besonderen Art.

Maria und Elmar Welling legten los mit der einmaligen Apfel-Parade. Die Niederrheinische Frühstückstafel in Wellings Romantik Hotel zur Linde in Moers-Repelen war reichlich gedeckt - inklusive essbarer Apfel-Deko, natürlich. Der Hausherr begrüßte die Landpartie-Teilnehmer denn auch würdig mit einem Gläschen Apfelsecco - wenn schon, denn schon.

Auf hundert Jahre Firmengeschichte kann Jörg Frehsonke zurückblicken - auch, wenn der junge Mann sooo lange noch nicht in Neukirchen-Vluyn lebt. 2001 hat er den Familienbetrieb Orchideen Lucke übernommen. Kollegin Silke Hofmann ließ sich Löcher in den Bauch fragen - welche Erde vertragen Orchideen, wann muss man umtopfen? Auch, wenn wir Landpartie-Planer ja gern Ommas tollen Tipp von ihr gehört hätten: Legen Sie einen Apfel in den Topf der nicht blühen wollenden Pflanze - die Obstgase regen die Orchidee zum Blühen an - Silke Hofmann sieht das nüchterner: „Stellen Sie die Pflanze näher ans Licht und halten Sie sie nicht so feucht.“

Ja, und dann haben wir in versammelter Manier Pferde gesehen mit Locken (Curlys) und Westernreiten mit Elan im Zuchtgestüt der Familie Riemann in Kamp-Lintfort. Wir haben Himmel un Äd erlebt mit Björn Johann im Restaurant Samannshof (Neukirchen-Vluyn). Wir haben Äpfel getrunken in der Obstkelterei van Nahmen in Hamminkeln und in der Kornbrennerei Deselaers, Kevelaer. Wir haben bei der „Apfelproduktion“ auf der Pferdekoppel zusehen können und Kuchen genossen im Landgut am Hochwald bei Anja und Markus Bach (Sonsbeck-Labbeck). Im jüngsten Bauernhofcafé der Region (mit Restaurant) leben die Pensionspferde in der WG - ohne Boxen. Ja, und dann ging die Sonne unter, plumpste wie ein reifer Apfel in die hereinkriechende Nacht. Und wir sind uns sicher: Äpfel sind was Wunderbares...

Fotos: www.derwesten.de/nrz/niederrhein