Schafe sollen Deiche pflegen

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Wesel..  Mit Interesse hat der Weseler SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Meesters den gestrigen NRZ-Bericht über das Mähen der Deiche gelesen. Hintergrund: Ende Mai wurde auf Veranlassung von Rot-Grün ein gemeinsamer Antrag aller Parteien gestellt, um die Zukunft der Schafhaltung in Nordrhein-Westfalen zu sichern und ihr neue Perspektiven zu eröffnen. Schließlich hat dieser Wirtschaftszweig auch im Rheinland eine lange Tradition. Zudem sei eine Beweidung gegenüber einem drei- bis fünfmaligen Schnitt der Grasflächen deutlich vorteilhafter für die Umwelt. Ein Beispiel: Gräser und Krautpflanzen kommen im Gegensatz zur intensiven Schnittnutzung zur Blüte und bieten damit Insekten Nahrung.

Für mehr Sicherheit

Darüber hinaus werde die Funktionsfähigkeit der Deichanlagen gesichert. „Schafe treten die Grasnarbe der Deiche immer wieder fest und unterstützen dadurch ihren Erhalt“, heißt es in dem Antrag. Und sie fressen das Gras in der richtigen Höhe ab, so dass eine dichte, gut verwurzelte Grasnarbe entsteht. Schafbeweidung trage ihren Teil dazu bei, die Sicherheit der an Flüssen lebenden Bevölkerung zu gewährleisten.

Dennoch habe sich die Schafhaltung bundesweit in den letzten beiden Jahrzehnten in etwa halbiert. Auch in Nordrhein-Westfalen sei die Entwicklung stark rückläufig. Mittlerweile werden die Flächen knapp, es gibt einen Wettbewerb um das Land. In dem Antrag auf Landesebene wird gefordert, „sich dafür einzusetzen, dass die Pflege der nordrhein-westfälischen Deiche aufgrund ökologischer und sicherheitsrelevanter Vorteile vorrangig durch Schafbeweidung geleistet wird“. Dazu müsse eine finanzielle Förderung der arbeitsintensiven Deichbeweidung im Rahmen der Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung im Hochwasserschutz geprüft werden. Auf Bundesebene soll dafür gesorgt werden, dass die Agrarförderung stärker berücksichtigt wird.

Die Schäfer selbst hatten vor einiger Zeit vor dem Landtag demonstriert und ihre Situation deutlich gemacht. Dazu gehörten der Weseler Schäfer Maik Dünow sowie die Holtkamps aus Mehrhoog. Holtkamps Schafe sind beispielsweise auf den Bislicher Deichen unterwegs.

 
 

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