„Monte“ spricht!

Die Schauspieler Frank Montenbruck(links) und Armin Scheuten arbeiten an einer deutsch-niederländischen Reiseshow entlang  der Grenze.  Foto : Markus Weissenfels / WAZ FotoPool
Die Schauspieler Frank Montenbruck(links) und Armin Scheuten arbeiten an einer deutsch-niederländischen Reiseshow entlang der Grenze. Foto : Markus Weissenfels / WAZ FotoPool
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Wesel.. Der schweigsame Stromberg-Kollege Frank Montenbruck und Armin Scheuten planen eine Reiseshow entlang der Grenze.

Und er spricht doch: Frank Montenbruck, von seinen Kollegen nur „Monte“ genannt“, ist der stille Vertreter in der Kultcomedy-Serie „Stromberg“. Seit Jahren spricht er in dieser Rolle kein Wort. So will es das Drehbuch. Dabei ist der 43-jährige Schauspieler ganz redselig. „Also mit der Stromberg-Rolle, das war so...“

Ein Casting 2003 - und nach wenigen Minuten quasi von der Begrüßung weg war er gesetzt. Seine Mimik überzeugte. „Der Mensch sagte nur, sag nichts weiter. Alles klar, du bist dabei“. Seitdem schweigt er. In der Serie. Und will auch gar nicht mehr sprechen - als Monte. Als Frank Montenbruck dagegen sehr wohl. Mit seinem Freund und Schauspielkollegen Armin Scheuten, der in den Niederlanden Karriere gemacht hat und ein bekanntes Film- und Fernsehgesicht ist, geht er ein neues Projekt an: eine Reiseshow entlang der deutsch-niederländischen Grenze.

Derzeit sind die beiden auf Recherchetour durch Wesel, Xanten und Kamp-Lintfort. Sie sammeln Ideen, sprechen mit Leuten vor Ort und suchen Lokalitäten, die abseits von den bekannten Sehenswürdigkeiten nicht unbedingt in jeder Reisebroschüre zu finden sind und albern viel rum. Schließlich soll es eine witzige Show werden. Eine, in der die beiden aus der Situation heraus spontan plaudern und mitunter verkleidet in die Historie eintauchen. Es soll aber nicht zum xten-Mal der Xantener Dom vorgestellt werden.

Ställe ausmisten,Chips kassieren

„Wir würden auch mal einen halben Tag als Pfleger in einem Tierpark ausmisten, in einer urigen Kneipe arbeiten oder auf einer Kirmes Chips kassieren“, sagt Armin Scheuten. Für ihn liegt es als gebürtiger Voerder nahe, dass eine Folge auf jeden Fall auch im Kreis Wesel spielt.

Vor einigen Jahren ist der ausgebildete Theaterschauspieler der Liebe wegen in die Region um Winterswijk gezogen. Rollenangebote waren zunächst rar. Selbst als „Zwarte Piet“, der Helfer des Nikolaus, den er unbedingt einmal spielen wollte, wurde er nicht engagiert. Der Akzent war schuld. Bis ihm eine Fernsehshow, an die er schrieb, diesen Wunsch erfüllte. Von da an, ging’s bergauf. Es folgten Bösewichtrollen in Kriegsfilmen, Hauptrollen in Serien. Längst spricht Scheuten akzentfrei niederländisch, was ihm hilft, wenn er spontan in einen Käseladen geht, um dort zu fragen, ob er sich den Plastikkäse, der als Deko im Regal liegt, als Requisite für die Reiseshow ausleihen darf.

Darf er. „Die Niederländer sind sehr offen. Mal sehen, was wir hier für Erfahrungen machen“, so Scheuten, der schon ein neues Projekt in Planung hat. Ein Western soll es werden. „Wir haben schon über Facebook viele Schauspieler gewinnen können, die mitmachen wollen“, erzählt Scheuten. Gedreht werden soll im Osten Deutschlands in einer Westernstadt, die gerne für Filmdrehs genutzt wird.

Frank Montenbruck wird auch dabei sein. Für Stromberg ist der Münsteraner nach Köln gezogen. Anfangs konnte er noch als Wachmann in einem Museum arbeiten. „Aber das war schnell unmöglich geworden. Die Leute guckten mich an, stutzen, flüsterten, fragten, ob ich es bin. Das störte den Betrieb“, sagt Montenbruck. Er wird viel erkannt, auf der Straße, in der Straßenbahn. „Meistens wundern sich die Leute, dass ich Bahn fahre. Aber was soll ich denn sonst machen. Auch wir haben mal Monate, die nicht gut laufen. Und auch wir müssen uns mal arbeitslos melden. Warum soll man das denn verschweigen?“, fragt Montenbruck.

Vom Wachmannzum Tatort

Mittlerweile ist er viel unterwegs, spielt auch in Serien wie „Alarm für Cobra 11“ oder auch im Tatort mit - da bliebe eh keine Zeit mehr für den Museumsjob. Schließlich soll ja auch im nächsten Jahr Stromberg im Kino laufen. Fast eine Millionen Euro haben Stromberg“-Fans für den angekündigten Blockbuster des Büro-Tyrannen gespendet. „Und das in nur einer Woche. Wahnsinn“, sagt „Monte“, der aber gar nicht viel zu dem Projekt sagen will - und ganz gekonnt schweigt.

 
 

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