Mit dem Wohnmobil ins Paradies

Whitesunday Islands - so muss das Paradies aussehen...
Whitesunday Islands - so muss das Paradies aussehen...
Foto: NRZ
Klaudia und Volker Bettges haben mit unserer Zeitung eine Reise nach Australien gewonnen. Was sie erlebt haben? Nun, traumhafte Strände, den Regenwald, Krokodile, Geschichten von Aborigines und Ranger Scott...

Niederrhein/Australien. Alles begann an einem Heiligen Abend – mit dem Reisejournalrätsel in meiner, in dieser Tageszeitung: „Gewinnen Sie eine zehntägige Camper-Reise nach Queensland, entlang Australiens Ostküste.“ Ich dachte: Das könnte was für uns sein. Ich musste nur folgende Frage beantworten: „Wie heißt die Hauptstadt des australischen Bundeslands Queensland?“

Kaum zu glauben, aber wahr: Silvester stand ich als Gewinnerin in der Zeitung. Mein Preis: Hin- und Rückflug nach Brisbane und 10 Tage Wohnmobil – gültig bis zum 30. Juni 2011. Wahnsinn.

23 Stunden Flug

Der Haken an der Sache: Anfang Januar kämpfte Queensland mit den größten Überflutungen seit Jahrzehnten, Ende Januar baute sich der Zyklon Yasi vor der Ostküste auf, und mein Mann Volker zog sich einen Kreuzbandriss zu. Ich sagte die Reise ab. Doch der Mitarbeiter der Zeitung überredete mich, die Fahrt trotz aller Widrigkeiten zu planen. Gott sei Dank: Volker musste nicht operiert werden, und so konnten wir am 19. Mai den Flug nach Brisbane antreten. Einmal auf die andere Seite der Erdkugel – unvorstellbar! Die reine Flugzeit betrug 23 Stunden.

Die ersten beiden Tage verbrachten wir in Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Die Innenstadt ist sehr übersichtlich, trotz der 1,8 Millionen Einwohner.

Dann begann unsere Tour mit dem Wohnmobil. In Australien herrscht Linksverkehr - das erfordert volle Konzentration. Der erste Stop war bei „Aldi“. Tatsächlich: „Aldi“ gibt es auch „down under“.

Anschließend ging es an der Ostküste weiter Richtung Norden nach Hervey Bay, von dort aus starteten wir am nächsten Tag eine geführte Tour nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt.

Nicht immer dem Navi trauen

Der erste Campingplatz in Hervey Bay lag in der Fraser Street. Beim Programmieren gab uns das Navi „Fraser Dr.“ an. Wir dachten das „Dr“ steht für Doktor; weil vielleicht ein Doktor Fraser die Insel entdeckt hat. Wir mussten aber feststellen, dass „Dr“ für „Fraser Drive“ angegeben war. So mussten wir einen Umweg von 20 Minuten in Kauf nehmen. Übrigens: Es war nicht Doktor, sondern „nur“ Kapitän Fraser, der die Insel entdeckt hat. Manchmal soll man einem Navi nicht trauen, sondern lieber nach Straßenschildern fahren. Es hat uns doch tatsächlich in ein Zuckerrohrfeld geschickt.

Unvergesslich: Vier Tage Airlie Beach, Long Island, Whitehaven Beach. Ein Traum, der Himmel strahlend blau, der Sand weiß und das Meer türkisfarben. Wir erlebten den Regenwald mit seiner sehr beeindruckenden Vegetation, fuhren zu den Ceder Creek Falls, danach weiter zum Conway Beach. Dort beobachteten wir eine Invasion von Krebsen.

Ebenfalls ein Erlebnis: eine Krokodilsafari. Der Ranger (ein hagerer Typ mit grauem Zopf und Augenklappe) erzählte uns von den Aborigines.

Der Ranger mit der Augenklappe

Zum Beispiel, dass die Aborigines mit Blättern Fische fingen: Blätter, die sich in Wasser auflösen, wurden zu einem grünen, schlammigen Brei. Dieser Schleim wurde in den Fluss geschüttet, der entzog dem Wasser den Sauerstoff - nach etwa 20 Minuten konnten die toten Fische eingesammelt werden... Nach dem Barbecue begann die Krokodilsafari. Der Ranger fuhr mit dem Plattbodenschiff zum Greifen nah an die Krokodile heran.

Von Airlie Beach fuhren wir an der Küste zurück Richtung Brisbane mit einem Zwischenstopp im Eungella Nationalpark mit Schnabeltieren, von dort aus weiter nach Tin Can Bay. Laut Reiseführer schwimmen dort morgens Delfine im Hafenbecken. Wir waren um 10 Uhr da - die Delfine leider schon um 7 Uhr. In Noosa an der Sunshine Coast kamen wir dann doch noch in den Genuss, Delfine zu sehen.

Brisbane zum Abschluss

Das war unsere letzte Station mit dem Wohnmobil nach einer 13-tägigen Fahrt. Zum Abschluss konnten wir uns Brisbane nochmals zwei Tage ansehen. Wir besuchten verschiedene Märkte, Chinatown, die Queen Street Mall. Die Einkaufsstraße ist nicht länger als einen halben Kilometer aber mit ca. 650 Geschäften und Lokalen. Fast hinter jeder Fassade verbarg sich ein Einkaufszentrum.

Es war schon ein ganz besonderer Urlaub. Die richtige Reisezeit für den Sunshine State Queensland, Temperaturen um 23 Grad, keine Mücken, kein Regen. Außer zwei Schlangen bei der Krokodilsafari haben wir keine giftigen Tiere gesehen. Leider war die Zeit viel zu kurz. Aber das soll nicht unser letzter Urlaub in diesem faszinierenden Land gewesen sein.

Einen Sparvertrag habe ich bereits abgeschlossen. Australien, wir kommen wieder!

 
 

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