Mit dem Wohnmobil den Niederrhein erkunden

Mit dem Reisemobil den Niederrhein erkunden.
Mit dem Reisemobil den Niederrhein erkunden.
Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ Foto Pool
Stellplätze für Reisemobile boomen im Moment. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl verdoppelt, so Theo Dammertz, Betreiber mehrere Reisemobilhäfen. Allerdings gebe es immer noch einige Städte und Gemeinden am Niederrhein, die kein Angebot vorhalten. Am Wochenende stehen die „Niederrheinischen Reisemobiltage“ in Geldern auf dem Programm.

Am Niederrhein. Urlaubstage in Emmerich? Das geht. Sehr gut sogar. Sagen Wilma und Cees Brockhuysen. Die Senioren aus dem niederländischen Ede haben ihr Wohnmobil auf dem Stellplatz am Yachthafen „Hüthumer Meer“ geparkt, die Markise ausgefahren und die Camping-Möbel ausgeklappt und trinken gemütlich ihr Koopje Koffie. Auf mitgebrachten Fahrrädern erkunden sie die Region. „Heute haben wir Schloss Moyland besucht. Morgen fahren wir weiter nach Xanten. Dann ist der Duisburger Landschaftspark Nord an der Reihe“, erklärt Cees die Reiseroute.

Nach seiner Pensionierung hat sich der frühere Polizist ein Wohnmobil gekauft und ist damit ständig auf Achse. Bis nach Italien wollen die beiden. Und wieder zurück: „Aber wir fahren selten mehr als 100 Kilometer am Stück. Wir wollen was von der Welt sehen.“ Und vom Niederrhein. Dabei übernachten Wilma und Cees mit ihrem Wohnmobil meist nicht auf Camping-, sondern auf eigens ausgewiesenen Stellplätzen.

49 Euro pro Person

„Die boomen im Moment“, sagt Theo Dammertz, der selbst drei Reisemobilhäfen am Niederrhein betreibt. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Allerdings gibt es immer noch einige Städte und Gemeinden, die kein Angebot vorhalten“, wundert sich Dammertz. Am Wochenende werden anlässlich der „Niederrheinischen Reisemobiltage“ wieder neue Stellplätze in Geldern und Alpen eingeweiht und bis zu 300 Fahrzeuge in der Region erwartet.

Der Boom hat seinen Grund. „Der durchschnittliche Wohnmobiltourist gibt pro Tag und pro Person rund 49 Euro am Reiseziel aus“, macht Dammertz deutlich. Damit werden die mobilen Urlauber, meist aktive, gutbetuchte Senioren, zu einem gewichtigen Wirtschaftsfaktor.

Was sich allerdings alles hinter einem Wohnmobil-Stellplatz verbirgt, kann sich deutlich unterscheiden. Mal sind es wie zum Beispiel in Dinslaken am Rotbachsee einfach nur geschotterte Parkplätze ohne Stromanschluss und Ver- bzw. Entsorgung. Mal ist es ein eigener Park, der eigens für die Anderthalbzimmerwohnungen auf vier Reifen angelegt wurde, wie in Issum-Sevelen. Dort gibt es nicht nur Strom und Entsorgung, sondern auch einen Frischwasseranschluss und ein TV-Antennenkabel. „Dementsprechend ist die Preisgestaltung“, erklärt Heinz-Theo Angenvoort, Sprecher der „Arbeitsgemeinschaft Reisemobilfreundlicher Niederrhein“. Die Preise variieren je nach Ausstattung zwischen null und zwölf Euro pro Tag und sind damit erheblich günstiger als der Aufenthalt auf einem Campingplatz.

Infrastruktur wird nicht benötigt

„Der Reisemobilist benötigt nicht die Infrastruktur, die ein Campingplatz bereitstellt: Waschhaus, Toilette, Rezeption oder etwa Freizeiteinrichtungen“, betont Angenvoort. Außerdem sind die Stellplätze meist nur für einen kurzfristigen Aufenthalt ausgelegt, der Reisemobilist ist eher ein Nomade. Außerdem haben Stellplätze einen weiteren Vorteil. Sie befinden sich meist stadtnah oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten. So gibt es zum Beispiel Parkplätze am Museum Schloss Moyland oder aber am Duisburger Landschaftspark Nord. Aber auch Yachthäfen wie am Ruhrorter Eisenbahnhafen bieten häufig auch Stellplätze für den Kurzurlaub in der Region an, da die notwendigen Einrichtungen sowohl für Boote als auch für die Wagen benutzt werden kann.

 
 

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