Luxus-Liner macht Halt in Ruhrort

Foto: FUNKE Foto Services

Duisburg. Wenn ein Schiff an der Mühlenweide vorüber fährt, dann gehört es künftig nicht zu den schwimmenden Luxushotels der Scenic Cruises Line, denn die legen ab sofort zwischen dem Flaggenmast, der Statue des Heiligen Nikolaus und der Rheinbrücke in Ruhrort an. Noch 17 Mal werden sie in diesem Jahr auf ihrer „Romantic Rhine“ Tour zwischen Amsterdam und Zürich hier festmachen.

An Land standen Samstagmittag der Oberbürgermeister Sören Link und Thomas Krützberg als Geschäftsführer der Duisburg Marketing Gesellschaft mit der Touristikchefin Inge Keusemann-Guben zum Empfang bereit. Die 2012 gebaute „Scenic Crystal“ mit vier Decks, 135 Metern Länge, 11,5 Metern Breite und zwei Metern Tiefgang erregte einiges Aufsehen. Sie fasst 169 Passagiere, hat 72 Balkonkabinen und knapp 50 Mann Besatzung an Bord.

Die Passagiere, zum größten Teil Australier, waren etwas verwundert über den Empfang: „Was ist denn so besonderes an uns?“ fragten sie mit Blick auf die zahlreichen Fotografen und Yesim Ates im knallbunten Duisburg-Kostüm als „Miss Duisburg“ an der Anlegestelle. Viele von ihnen sind erfahrene Deutschlandreisende, kennen das Obere Rheintal und die Mosel wie ihre Westentasche und können Cochem und Traben-Trabach sagen, ohne sich die Zunge zu brechen. Aber Duisburg ist bisher ein blinder Fleck auf ihrer Deutschlandkarte. Das lässt sich ändern. Mit den bereitstehenden Bussen brachen 30 von ihnen nach Essen auf, um die Zeche Zollverein anzuschauen, die anderen blieben in Duisburg und stöberten über den Handwerkermarkt. Auch eine Bier-Verkostung im Innenhafen stand auf ihrem Programm. „Das Verhältnis lobe ich mir“, feixte Thomas Krützberg, „130 für Duisburg und 30 für die Route der Industriekultur, so kann das bleiben.“

Während die Australier die Stadt erkundeten, lieferte ein holländischer Lkw kistenweise Feldsalat und Kartoffeln für die Bordküche. Über mehr Schiffsverkehr der eleganten, touristischen Sorte freute sich auch Julian Böcker, Pressesprecher der Duisburger Hafen AG. „Nicht dass wir hier zu wenig Schiffe hätten, mit 20 000 Frachtschiffen pro Jahr“, erklärte er Plamen Veselinov dem Kapitän der Scenic Crystal, „aber die Fluss-Kreuzfahrer sind willkommener Zuwachs.“ Kapitän Veselinov lobte den freundlichen Hafenmeister und die Anlegestelle an der Mühlenweide.

Die Duisport AG will gemeinsam mit der Reederei Viking aus den USA einen repräsentativen Ausbau des Anlegeplatzes vornehmen, der eine halbe Million Euro kosten wird und schon im Sommer fertig sein soll.

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