Landpartie im Schaukelschritt

Im Garten Eden –  in den Reeserwarder Obstplantagen.
Im Garten Eden – in den Reeserwarder Obstplantagen.
Foto: WAZ FotoPool
Wir waren wieder einmal in der Region zwischen Rees und Xanten unterwegs. Dabei hat uns geholfen, dass wir keine Angst vor großen Tieren haben, hemmungslos Kalorien vernichten können und gerne Wein verkosten...

Am Niederrhein..  Respekt – damit hatten wir von der NRZ ja nun doch nicht gerechnet. Schließlich ist so ein Kamel ein recht imposantes Geschöpf, kann, wenn es will, ziemlich flott laufen und überhaupt: Es ist gar nicht einfach, sich auf seinen Rücken zu schwingen. Macht nix, haben sich unserer Leser gesagt und sind kurzerhand von der Leiter aus aufs Wüstenschiff geklettert. Es war wieder Zeit für eine Niederrheinische Landpartie. „Wir am Niederrhein“ und der Dehoga Nordrhein (Hotel und Gaststättenverband) sind mit dem Leser-Bus über Land gefahren - und wir haben Dinge erlebt, Sie werden es nicht glauben...

Gebratene Blutwurst

Salemalleikumm – der Tag begann im Restaurant Hasen Hein in Hamminkeln. Ein Haus mit einer langen Familientradition und einer verflixt guten, bodenständigen Küche. Eigentlich wollten wir dort ja nur frühstücken – aber die Familie Heesen muss das irgendwie falsch verstanden haben – es gab – alles. Gebratene Blutwurst und Würstchen im Blätterteig, Pfannekuchen und Rührei, Hausmacherwurst und Marmeladen, Käse und und und es nahm kein Ende. Und dann erfuhren wir noch das Geheimnis um den Namen „Hasen Hein“, denn eigentlich sollte das Restaurant ja „Zur Mühle“ heißen. Aber die Geschichte kann Ihnen der Chef am besten selbst mal erzählen... Mit einer ordentlichen Portion Niederrhein im Bauch ging es dann weiter, da konnte ja nix mehr schief gehen.

Kamelreiten

Doch, pardon, an der zweiten Station ging so ziemlich alles schief. Kamele laufen schließlich im Passschritt, schaukeln nach links, schaukeln nach rechts. Sandra Rösen hat sich in Xanten-Wardt einen Traum erfüllt – und die ganze Familie zieht mit. Vor neun Wochen haben die Rösens ihre Wüstenlandschaft eröffnet und feierlich ihre vier neuen Familienmitglieder einziehen lassen: Jogy, Simba, Shaik und der „kleine“ Sahib. War gar nicht so einfach alle Auflagen dafür zu erfüllen, dafür weiß Sandra Rösen jetzt aber amtlich bestätigt, zum Beispiel, dass ein Kamel soviel stinkt wie zehn Meerschweinchen. Und wer mal mit einem Wüstenschiff durch die Düne schaukeln will - einfach vorbeikommen... Unsere Leserinnen und Leser haben nicht lange gefackelt, sich mit wahrer Wonne zwischen die Höcker geklemmt und sich durch die kleine Wüste schaukeln lassen.

Und dann kam die Stunde der starken Frauen, der Mütter und Töchter! In sechster Generation hat Andrea Collins die Rheinterrassen in Rees von der Mama übernommen, die hatte das Restaurant schon von ihrer Mutter „geerbt“ und die schon von ihrer Mutter und so geht das noch ein paar Generationen weiter zurück.

Ein Apfelsößchen, o làlà...

Vererbt hat sich auch das Koch-Gen: Andrea Collins und ihre Küchencrew haben einen Kasslerbraten gezaubert und Sauerkraut und ein Apfelsößchen dazu - o là là.

Alles, aber auch alles, was man über Äpfel so wissen kann, haben Doris und Marlen Baumann parat. Mutter und Tochter haben uns durch die Reeserwarder Obstplantage geführt, haben uns verführt, in den sauren Apfel zu beißen und einen süßen dann gleich nachgelegt. Marlen Baumann ist 27 und übernimmt in vierter Generation den Familienbetrieb. Und dann hatten wir noch das Glück, bei der Fotosession mit der Reeser Rheinkönigin dabei sein zu dürfen.

Erschöpft sanken wir in die weichen Polster in der guten Stube von Elfriede und Stefanie Wind. Mutter und Tochter haben in Hamminkeln-Wertherbruch das Café Waldsee aufgebaut – das ist berühmt und berüchtigt für seinen hausgemachten Kuchen und für die Liebe der Chefinnen für Deko. Jedes Eckchen bietet etwas fürs Auge, Püppchen, Deckchen, Herzchen, Kerzen, Sterne, Porzellan, Teddys, zauberhafter Krimskrams, der einen in eine andere Welt entführt...

...und die betraten wir zum Abschluss der Landpartie. Das war nicht mehr Niederrhein, das war – Italien, Toskana! Zypressen und Olivenbäume, mediterrane Architektur und Weinreben... Familie Kloster-Kraul hat da ein besonderes Wein-Refugium angelegt, mit einem Wein-Freilichtmuseum, einer urgemütlichen Stube zum Feiern und Verkosten.

.Mit viel Humor, hessischer Weisheit und Liebe zu Rebstock und Traubensaft führte Winzer Hans Eckhard Josef Kloster durch ungeahnte Landschaften. In Hamminkeln-Wertherbruch.

 

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