Kostas Mitroglou will nur spielen - bei der WM

Neukirchen-Vluyn..  Konstantinos Mitroglou aus Neukirchen-Vluyn macht sich Hoffnungen auf einen Platz im griechischen WM-Kader. Doch Otto Rehhagel, der deutsche Nationalcoach Griechenlands, setzt auf die alten EM-Helden.

Nicht für alle Niederrheiner ist Südafrika gleich weit entfernt. Zumindest dann, wenn es um die Fußball-Weltmeisterschaft geht. Wohl gemerkt: Nicht als Zuschauer, sondern als Spieler. Konstantinos „Kostas” Mitroglou ist da ganz nahe dran. Der griechische Stürmerstar von Olympiakos Piräus hat seine ersten Kicker-Schritte als Fußballknirps von 1994 bis 1996 beim TuS Preußen Vluyn und von 1996 bis 2001 beim SV Neukirchen gewagt, als er noch kaum über Ball und Grasnarbe blicken konnte. Kostas ist gerade 22 Jahre alt geworden.

Doch noch heute versichert er, dass er auf dem „Gummiplatz”, dem Tartanplatz des Neukirchen-Vluyner Julius-Stursberg-Gymnasiums, „und bei Achim Apitzsch”, dem damaligen Jugendtrainer beim SV Neukirchen, das Fußball spielen gelernt hat. Er erinnert sich gut an seine Wurzeln am Niederrhein. Immerhin lebt seine Familie noch in Neukirchen-Vluyn.

Zuerst geht’s gegen Südkorea

Ob Konstantinos Mitroglou aber am 12. Juni, um 13.30 Uhr, im südafrikanischen Port Elizabeth für die griechische Nationalmannschaft gegen Südkorea auflaufen wird, ist momentan fraglich. Zwar hatte Otto Rehhagel, der deutsche Nationalcoach Griechenlands, Kostas in der für die Hellenen knappen Qualifikationsrunde bereits nominiert, doch nun setzt „Rehakles“ wieder auf seine „alten Helden“.

Und damit sind nicht Odysseus und Herkules gemeint, sondern Angelos Charisteas vom 1. FC Nürnberg, Giorgos Karagounis, Kostas Katsouranis und Giourkas Seitaridis – alle drei vom griechischen Meister und Pokalsieger Panathinaikos Athen. Das ist das übriggebliebene Quartett aus der heroischen Europameister-Elf von 2004. Kostas, der Junge vom Niederrhein, steht derweil in der WM-Warteschleife.

Dabei hatte die internationale Karriere für den jungen Stürmer des griechischen Erstligisten und Champions League-Teilnehmer Olympiakos Piräus vielversprechend begonnen. Vor drei Jahren wechselte er von Borussia Mönchengladbach für 200 000 Euro Ablöse zu Olympiakos Piräus. Und plötzlich spielte der Vluyner Junge statt in der Regionalliga gleich in der Champions League. Mittlerweile wird sein Wert auf Transfermarkt-Portalen im Internet auf 3,5 Millionen Euro taxiert.

3,5 Millionen Euro Marktwert

Und beinahe jedes Törchen in der nationalen Liga oder der Champions League macht ihn teurer. Und mit zwei Toren in der griechischen Meisterschaft hat er sich prompt innerhalb von nur fünf Minuten ein Denkmal gesetzt: Am 29. November 2009 traf er in der 45. und 54. Minute im Derby gegen Panathinaikos Athen zum 2:0-Sieg.

Mitroglou wurde am 12. März 1988 in Kavala geboren, kam aber schon als Baby nach Neukirchen-Vluyn. Seine Eltern wohnen heute noch dort. Wenn er wie Weihnachten wieder in Deutschland ist, besucht er seinen Bruder Haralambos, der den Spitznamen „Babis” trägt und in Düsseldorf wohnt. Aber auch seine alten Kumpel von früher. Die Kontakte zu den „Hochhaus-Jungens” vom Vluyner Nordring pflegt er noch. „Da, wo ich aufgewachsen bin”, erinnert er sich an die Zeit damals. Etwa sieben Freunde sind es, mit denen er nach wie vor in Kontakt steht. Fußball hat er damals mit ihnen gespielt, eben auf dem „Gummiplatz”. „Immer fünf gegen fünf. Das haben wir bestimmt zehn Jahre gemacht, sogar auch noch, als ich schon bei Gladbach war.”

Kostas Mitroglou wollte eben immer nur eines: Fußball spielen. Und das möchte der Junge vom Niederrhein auch am liebsten ab dem 12. Juni in Südafrika, wenn Griechenland ins Weltturnier einsteigt.

 
 

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