Keine Angst vor Monte Schlacko

Rosali Kurtzbach
Macht vor Treppen keinen Halt: das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen im Landschaftspark.  Foto: Archiv/Franz Meinert.
Macht vor Treppen keinen Halt: das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen im Landschaftspark. Foto: Archiv/Franz Meinert.
Foto: WAZ

Duisburg. Jeder Kilometer zählt: Beim 24 Stunden Mountainbike-Rennen durch den Duisburger Landschaftspark Nord am 6. /7. August fahren die „Turbo-Biker“, 16 Duisburger Siemens-Betriebssportler, für den guten Zweck.

Sie sind Mountainbiker, Kollegen und verrückt genug, 24 Stunden durchzuradeln. Gar nicht verrückt ist aber der Grund der 16 „Turbo-Biker“, die am kommenden Wochenende zum vierten Mal beim 24-Stunden-Rennen durch den Landschaftspark Nord in Duisburg rasen. Denn jeder Kilometer, den sie zurück legen, bringt Geld für den guten Zweck.

„Seit letztem Jahr wollen wir das Rennen nutzen, um hiesige Organisationen zu unterstützen. Es gibt genug Elend vor der Haustür“, sagt Peter Bongartz, einer der „Turbo-Biker“, die alle bei Siemens in Duisburg arbeiten, vom Fabrikarbeiter bis zum Büroangestellten. In diesem Jahr werden der Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Duisburg und der Bunte Kreis Duisburg e.V., der Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern hilft, unterstützt.

Rund 17.400 Trainingskilometer

Peter Bongartz kann hartnäckig sein, wenn es darum geht, Sponsoren für das Rennen zu finden. 16 sind es diesmal geworden. „Letztes Jahr war es schwieriger. In diesem Jahr sind wir zufrieden. Und wir haben bereits eine Anfrage fürs nächste Jahr“, sagt der 52-Jährige, der am Sonntag seinen 53. Geburtstag feiert. Zunächst auf dem Rad, dann im Flieger. Denn bereits Sonntagnachmittag fliegt er beruflich nach Brasilien. „Da werde ich sicherlich nicht viel vom Flug mitbekommen“, sagt er.

Es ist oft ein Balanceakt zwischen Beruf und Sport für Bongartz: „Ich bin viel unterwegs.“ Trotzdem schafft es der Marathonläufer mindestens zweimal pro Woche, „eine lange Runde über drei bis fünf Stunden und zwischen 90 und 120 Kilometern“ zu fahren. Damit es nicht langweilig wird. fährt Peter Bongartz auch schon „mal eben“ nach Venlo „Butter kaufen“ oder nach Walbeck Spargel.

Endorphine halten wach

Seit sechs Jahren ist der Duisburger mit dem Mountainbike unterwegs. Wenn es die Terminpläne zulassen, trainieren Peter Bongartz und seine Turbo-Kollegen zweimal die Woche gemeinsam, aber nicht im Landschaftspark, „das ist verboten, auch zum Schutze der vielen anderen Besucher.“ 17.387 Trainingskilometer haben die 16 Sportler bislang absolviert, so ist es auf der Homepage des Teams nachzulesen. Darin eingerechnet sind auch die rund 430 Kilometer lange Transalp-Tour, die Peter Bongartz im Frühjahr von Garmisch-Partenkirchen zum Gardasee mit zwei Kollegen bewältigt hat: „Das war ein gutes Höhentraining.“

Nicht wirklich trainieren lässt sich die Fahrt durch die Nacht. Aber die sei überhaupt kein Problem. „Nachts geht es normalerweise ganz gut, man steckt so voller Endorphine, dass man munter ist. Der Schlaf fehlt einem erst nachher,“ sagt Bongartz.

"Viele Spender haben großzügig aufgerundet"

Schwierig sei eher der Anfang, „wenn rund 450 Fahrer gleichzeitig und in kurzem Abstand auf der Strecke sind. Hinterher verteilen sich die Fahrer.“ In die Knochen geht auch „der letzte Anstieg vor Start und Ziel, der sogenannte Monte Schlacko, kurz und knackig steil.“

Und besonders hart wird es, wenn es in Strömen regnet. Im vergangenen Jahr wurde das Rennen in Duisburg nach 19 Stunden abgebrochen, als es zu gefährlich wurde. Peter Bongartz hatte noch Glück. „Ich hatte gerade meine Runden beendet und saß beim Frühstück. Der Kollege, der fuhr, meinte hinterher, er hätte das Seepferdchen gerade bestanden. Viele Spender haben aber großzügig aufgerundet“, erinnert sich Bongartz.

Spenden aus New York und Orlando

10.092,61 Euro kamen so zusammen. In diesem Jahr dürfte es noch mehr werden. Die Turbo-Biker rechnen mit mindestens 13.000 Euro. „Wir haben mittlerweile sogar Spenden aus New York und Orlando von dortigen Siemens-Kollegen“, sagt Peter Bongartz, der seine Familie mit einspannt.

Die Tochter hat die Homepage ins Englische übersetzt und die Frau wird als Fotografin an der Strecke stehen und die Biker im Bild festhalten, wenn sie den Monte Schlacko erklimmen.