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Rees-Haldern. Die ersten Bürgeranhörungen zum Ausbau der Betuwe-Linie begannen am Donnerstag in Rees-Haldern.

Vor 19 Jahren wurde der Vertrag über den Ausbau der Betuwe-Linie unterzeichnet, vor neun Jahren haben sich Bund, Land und Bahn (2002) auf den Bau eines dritten Gleises und damit auf verbindlichen Lärmschutz geeinigt.

Vor vier Jahren haben die Niederländer den Ausbau ihres Teils der Betuwe-Route zwischen Rotterdam und Zevenaar abgeschlossen.

Großer Informationsbedarf

Am Donnerstagabend fand die erste Bürgeranhörung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite statt. Rund 200 Personen haben sich im Gasthaus Tepferd in Rees-Haldern über die Planungen der DB Netze informiert – darunter auch zahlreiche Vertreter von Bürgerinitiativen und Arbeitskreisen entlang der Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich

Und die hatten durchaus großen Informationsbedarf. Nicht nur beim Thema Lärm. „Werden die Schutzwände, die im Bereich der Ortslage Haldern zwischen zwei und vier Meter hoch sein werden, zu Beginn oder am Ende der Bauarbeiten durchgeführt“, fragte zum Beispiel ein Bürger. „In gewissen ausgewählten Bereichen wird der Lärmschutz vorab realisiert“, versprach der zuständige Projektleiter der DB Projektbau, Stefan Ventzke. „Überall dort, wo es die Baumaßnahmen nicht verteuert. In Haldern würde es sich aber anbieten, gewisse Abschnitte vorab zu realisieren.“

Auch der Schienenbonus, der es der Deutschen Bahn erlaubt, fünf Dezibel mehr Lärm zu verursachen und angeblich 2016 abgeschafft werden soll, wurde in der Bürgeranhörung angesprochen.

Warum planen Sie nicht schon jetzt mit dem Wegfall? „Wir planen nach der gegenwärtigen Rechtslage. Wenn der Schienenbonus kommt, dann wird uns der Gesetzgeber sagen, wie damit umzugehen ist.“, so Ventzke, der sich im Verlaufe des Abends öfter auf rechtliche Vorgaben zurückziehen musste.

Beim Thema Sicherheit machte Ventzke den Feuerwehren Hoffnungen: „Wir planen jetzt erstmal mit einem Zugang zur Strecke maximal alle 1000 Meter. In besiedelten Gebieten können wir gerne im Detail darüber sprechen, häufiger Türen einzubauen. Wir werden uns das im Detail anschauen und mit den Feuerwehren in die Diskussion einsteigen, wo das möglich ist.“ Eine Regelung wie auf dem niederländischen Teil der Strecke, der alle 200 Meter Rettungstüren vorhält, schloss Ventzke allerdings aus. Es gibt eine Richtlinie der Innenministerien, die eine solche Planung notwendig mache.

„Warum beginnen Sie ausgerechnet hier mit dem Planfeststellungsverfahren. Rechnen Sie hier mit dem geringsten Widerstand“, fragte ein weiterer Teilnehmer. „Ganz profane Gründe“, sagte Ventzke: „In Haldern waren wir mit den Gutachten am schnellsten fertig.“

Interessante Nachfrage eines Bürgers aus Wesel: Wer kann eigentlich im Verfahren Einwände erheben? Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers: „Sie können auch als Weseler in Rees-Haldern Einwände geltend machen, wenn Sie hier öfter spazieren gehen und sich durch den zunehmenden Lärm belästigt fühlen. Sie werden damit aber vermutlich wenig Erfolg haben.“

Einspruchsfrist bis zum 23. Februar

Wie wichtig es aber trotzdem ist, die Einspruchsfrist bis zum 23. Februar zu nutzen, betonte Gerwers zum Schluss: „Wenn die Bagger rollen, dann ist es zu spät.“ Vom 10. Januar bis zum 9. Februar können die Unterlagen im Reeser Rathaus eingesehen werden. Vermutlich werden sie auch auf der Internetseite der Stadt Rees bereitgestellt.

Die nächste Betuwe-Bürgeranhörung wird am 19. Januar in Oberhausen stattfinden.

 
 

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