Jamaika wie die Axt im Walde

Eines vorweg: Vielleicht haben die im Jamaika-Bündnis zusammengeschlossenen Kreistagsfraktionen von CDU, Grünen und VWG/FDP ja sogar Recht, wenn sie Landrat Ansgar Müller fehlenden Sparwillen vorwerfen. Nur: Die Reaktion darauf ist falsch und leider folgenschwer.

Wie ein bockiges Kind, das seinen Willen nicht bekommen hat, läuft das Mehrheits-Bündnis los und will dem Landrat die Quittung für seine Tatenlosigkeit geben. Motto: „Du wirst schon sehen, was du davon hast!“ Jetzt regiert die Axt im Walde. Statt mit eigenen Ideen Ausgaben zu verringern oder Einnahmen zu erhöhen, werden in weiten Teilen die Sparmaßnahmen umgesetzt, die von der Kreisverwaltung beschrieben, aber ausdrücklich NICHT empfohlen wurden.

Nur schadet Jamaika damit nicht dem Landrat, sondern den Bürgern. Mit der Streichliste zerstört Jamaika besonders im Sozialbereich und in der Kultur dauerhaft Strukturen, tritt das Ehrenamt mit Füßen und ohrfeigt die Sozialverbände, die angesichts des herausragenden Engagements beim Flüchtlingsthema vielmehr Unterstützung verdient hätten. Und am Ende der Kette stehen Bedürftige und Hilfesuchende, die schlussendlich die Erfahrung machen müssen, dass in diesem Fall weitere Tatenlosigkeit gegenüber blindem Aktionismus wohl das kleinere Übel gewesen wäre.

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