Huhn statt Hund als Haustier

Annemarie Möller hat sich ein Eglu, einen farbenfrohen Hühnerstall, zugelegt. Sohn Daniel (8) schmust mit einem Huhn. Foto: Sergej Lepke
Annemarie Möller hat sich ein Eglu, einen farbenfrohen Hühnerstall, zugelegt. Sohn Daniel (8) schmust mit einem Huhn. Foto: Sergej Lepke
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Am Niederrhein/Düsseldorf.. Immer mehr Menschen halten ein Huhn im Garten und freuen sich auf das frische Frühstücksei. Auch Annemarie Möller ist stolze Hühnerhalterin. Ihre Haustiere wohnen in einem bunten Hühnerstall namens Eglu, den junge britische Designer entwickelten.

Eigentlich sind Hühner die perfekten Haustiere: Sie sind anhänglich und verschmust, machen kaum Arbeit, benötigen wenig Platz, fressen die Bio-Tonne ratzeputz leer und sind - solange kein Hahn morgens auf dem Misthaufen kräht - sogar recht leise. Und legen fast jeden Tag ein bis zwei Eier.

In England hat das Federvieh im Reihenhausgarten schon fast Kultstatus. Spätestens seitdem vier junge britische Designer das „Eglu“ entwickelt haben. Ein farbenfrohes Hühnerhaus, indem sich ohne Probleme zwei bis vier Hühner hinter der kleinsten Großstadt-Hütte halten lassen. „Urban Gardening“ sagen Soziologen dazu und beschreiben so den hippen ökologischen Lebensstil umweltbewusster Stadtbewohner. In Großbritannien wurden jedenfalls seit 2004 bereits 30.000 bunte Plastikställe verkauft.

Trend zum frisch gelegten Frühstücksei

Der Trend zum frisch gelegten Frühstücksei ist inzwischen aufs europäische Festland und sogar in die Region herübergeschwappt. Annemarie Möller aus Düsseldorf-Angermund hat seit November ebenfalls einen solchen „Eglu“ in ihrem Garten stehen. „Bekannte haben mich darauf aufmerksam gemacht“, schildert die aus England stammende Mutter von vier Kindern, die sich einen solchen Stall zum Geburtstag schenken ließ.

Nicht etwa wegen der zahlreichen Lebensmittel-Skandale. „Nein, das spielt kaum eine Rolle. Hühner sind wirklich großartige Haustiere“, schmunzelt die Frau und zum Beweis schnappt sich ihr Sohn Daniel das Huhn Porky und kuschelt demonstrativ mit dem Federvieh. „Die sind so schön weich“, schwärmt der Achtjährige.

Porky lässt es sich gerne gefallen. Auch Ginger und Pinky sind immer zum Schmusen aufgelegt. Nur Snoopy Lucie scharrt noch etwas nervös im Gebüsch herum. Kein Wunder, sie ist noch nicht ganz so lange bei der Familie. Ihre Vorgängerin wurde von einem Hund gerissen.

Das muss aber nicht passieren, denn der Auslaufbereich des Stalls ist durch einen Maschendrahtzaun gesichert. „Wir lassen unsere Hühner lieber frei im Garten herumstolzieren“, erklärt die Mutter. Abends versammeln sich die vier Hühner - jedes Kind besitzt eines - wieder am Stall. „Wenn es dunkel wird, kehren die freiwillig dorthin zurück“, erklärt Daniel. Auch zum Eier legen. „Guck mal, hier sind schon wieder drei Stück“, berichtet die siebenjährige Jessica aufgeregt. Und auch Philipp (6) und Paul (4) sowie die Nachbarskinder Paul (4) und Johann Klos (1) gucken den Hühnern gerne beim Scharren zu. Das machen Ginger, Pinky, Porky und Snoopy Lucie, um im Boden nach Nahrung zu suchen. Damit der Rasen nicht zu sehr leiden muss, kann das Eglu ohne Probleme versetzt werden.

Mit speziellen Körnern gefüttert

Dabei müssen die Angermunder Hühner der Familie Möller gar nicht scharren. Sie werden nämlich mit speziellen Körnern gefüttert. „Das ist wichtig für den Geschmack der Eier“, erklärt Annemarie Möller. Und wie schmecken die Eier? „Besser als die aus dem Supermarkt. Frischer.“, urteilt die Mutter. Und ihr Sohn Daniel hat eine ganz überraschende Entdeckung gemacht. „Unser Ei ist irgendwie gelber.“

 
 

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