Gutes aus der Heimat

Am Niederrhein..  Es soll eine Aktion für die „Birne“ sein: Am heutigen Donnerstag möchte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin eine Werbeaktion starten, mit der Verbraucher dazu aufgerufen werden sollen, beim Einkauf und Verzehr von Obst und Gemüse heimische Produkte zu bevorzugen. Der CSU-Politiker wird dazu ein Plakat enthüllen, heißt es. Ob er danach zum Beispiel auch in einen saueren (oder süßen) Apfel beißen muss, wurde nicht verraten.

Längst hat es sich bis in die Bundeshauptstadt herumgesprochen: Äpfel vom Niederrhein sind besonders lecker. In Schloss Bellevue am Rande des Tiergartens, im ersten Amtssitz des deutschen Staatsoberhauptes, werden seit Jahren schon Obstsäfte aus der Privatkelterei Van Nahmen in Hamminkeln eingeschenkt.

Nun ist Joachim Gauck gerade in diesen Tagen ein wenig ins Gerede gekommen, doch wenn es nach den Obstbauern im Rheinland ginge, dann sollten sich die Verbraucher an ihm wohl ein Beispiel nehmen.

Auch sie beteiligen sich natürlich an der bundesweiten Werbeaktion, die politische Hintergründe hat. Zwar jubeln die rheinischen Obstbauern über eine „große und qualitativ hervorragende Apfelernte“, aber ihre Freude ist durch niedrige Verkaufspreise getrübt.

Die große Erntemenge drückt genauso wie der russische Importstopp für Obst und Gemüse aus der EU auf die Preise. Dies betrifft die rheinischen Erzeuger nicht direkt, doch dadurch kommen mehr Äpfel aus anderen EU-Staaten auf den deutschen Markt, klagt der Rheinische Landwirtschaftsverband.

Das Rheinland gilt traditionell als gutes Anbauland für Äpfel. Tönisvorst wirbt sogar damit, die Apfelstadt am Niederrhein zu sein. Der Vorteil gegenüber anderen Standorten wie der Eifel oder auch Teilen von Süddeutschland ist: Im Rheinland können die Früchte bei Hitze relativ einfach mit Grundwasser beregnet werden, andernorts ist dies nicht so einfach, weil dort das Wasser tiefer im Boden liegt.

Nach Schätzungen des Rheinische Landwirtschaftsverband. wird die Apfelernte in diesem Jahr ähnlich groß sein wie im vergangenen Jahr; damals waren die Obstbauern sehr zufrieden.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bauen rund 280 Landwirte in Nordrhein-Westfalen auf einer Fläche von rund 1800 Hektar Äpfel an. Insgesamt stehen in den Obstplantagen rund 4,5 Millionen Apfelbäume, angebaut werden rund 30 verschiedene Sorten.

 
 

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