Grünkohl - der leckere Lückenfüller

Daniel Paul
Grünkohl, frisch vom Feld auf den Wochenmarkt. Foto: Heinz Holzbach/ WAZ FotoPool
Grünkohl, frisch vom Feld auf den Wochenmarkt. Foto: Heinz Holzbach/ WAZ FotoPool
Foto: Kleve
Grünkohl-Woche: Bereits 61 Gastronomen und Hoteliers nehmen im Kreis Kleve teil und servieren derzeit nicht nur Touristen das grüne Gemüse nach niederrheinischem Rezept.

Niederrhein. Im Norden wird er pur gegessen, hier am Niederrhein kommt das Wintergemüse mit Kartoffeln und Mettwurst auf den Tisch. Die Rede ist vom Grünkohl, am liebsten natürlich frisch vom Feld. Wenn der erste Frost über die Felder streicht, ist die Zeit reif. „Dann verliert der Grünkohl seine Bitterstoffe“, erklärt Landwirt Bernd Hesseling.

Für Heinz-Josef Kuypers hat das grüne Gemüse ebenfalls einen hohen Stellenwert. Gemeinsam mit dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rief der Vorsitzende der Kreis-Wirtschaftsförderung die „Grünkohl-Woche“ im Kreis Kleve ins Leben, die noch bis zum 27. November stattfindet. „Wir wollten eine Antwort darauf finden, was isst man hier in unserer Region, speziell im Winter?“, sagt Kuypers. Dann war schnell klar: Grünkohl.

Die Idee dahinter. Die Touristik-Zahlen im Kreisgebiet nehmen stetig zu. „Da haben wir an Boden gewonnen“, bestätigt der Vorsitzende. Und den Besuchern soll Tradition am Niederrhein vermittelt werden. Mit im Boot sitzen neben den hiesigen Bauern auch die Gastronomen. Im Startjahr 2009 waren es noch 41, nun sind’s bereits 61. Tendenz steigend. Dies zeige die Akzeptanz, so Kuypers. Rund 500 Tonnen (inklusive TK-Ware) Grünkohl werden in den nächsten drei Monaten (die Grünkohlzeit geht bis Anfang Februar) verzehrt, glaubt Bernd Hesseling. Rund 20 Prozent fallen dabei auf den frischen Grünkohl zurück. „Das ist ein guter Wert“, so der Landwirt, der gemeinsam mit 50 anderen Bauern die Gastronomie beliefert. Der Kilopreis liege derzeit zwischen 0,50 Cent und einem Euro. Auf zwei Hektar Landfläche baut Hesseling das Wintergemüse an. Reich werden kann man damit wohl nicht. Dennoch ist der Grünkohl für den Landwirt ein netter „Lückenfüllen zwischen Halloween-Kürbis und Weihnachtsbaum-Geschäft.“ Und, betont er, „was gibt es schöneres als frisches Gemüse direkt vom Bauern um die Ecke.“