Gesucht: Ein Denkmal für Johann Esser

Moers..  „Der Marktplatz in Meerbeck ist eine Institution“, findet Anja Reutliner, Meerbeckerin seit 19 Jahren. Dass der Marktplatz im letzten Jahr einen richtigen Namen bekommen hat, freut sie. Gerade weil der Platz von der Stadt nicht nach irgendwem, sondern nach Johann Esser benannt wurde. „Das Moorsoldatenlied haben wir früher in den Schulfreizeiten immer gesungen“, erinnert sich die engagierte Frau. Schnell wurde sie als Vertreterin der Bürgerschaft Meerbeck ein Teil der Initiative, die nun einen Denkmalwettbewerb für den Platz ausschreibt.

Johann Esser lebte von 1950 bis zu seinem Tod 1971 in Meerbeck. Als Autor des Moorsoldatenliedes ist der ehemalige Häftling des emsländischen Konzentrationslager Börgermoor in der antifaschistischen Bewegung international bekannt.

Doch allein durch ein Straßenschild wird wenig seiner Geschichte transportiert, finden die Vereine „100 Jahre Kolonie Meerbeck“ und „Erinnern für die Zukunft“, die gemeinsam mit dem SCI, den Jungsozialisten Moers und Vertretern aus der Bürgerschaft „Wir in Meerbeck“ nun zu einem Ideenwettbewerb aufrufen.

Die Idee, Johann Esser nicht nur mit einem Straßenschild zu würdigen entstand im Rahmen der Jugendarbeit des SCI an der Barbaraschule in Meerbeck. Schnell fanden sich besagte Interessenvertreter, die nun die Bedingungen für den Wettbewerb klar machen: Jeder kann mitmachen.

Alle Vorschläge sind willkommen

Es soll ein Denkmal gefunden werden, dass die Sprache des Platzes spricht. „Meerbeck war das Zentrum den antifaschistischen Widerstands“, erklärt Reutlinger. Heute ist der Platz Mittelpunkt des Lebens in dem Stadtteil. Hier sollen der Kunst keine Grenzen gesetzt werden. Alle Vorschläge, wie Johann Esser, sein Leben und sein Widerstand gegen den Faschismus geehrt werden können, sind willkommen. Ideen können in aller Form eingereicht werden, anhand von Skizzen, Fotos oder Modellen. Bis zum 18. November können Entwürfe per Mail an: jugendsozialzentrum@sci-moers.de geschickt werden oder direkt im Jugendsozialzentrum an der Barbarastraße 12 abgegeben werden.

Die Jury, bestehend aus einem Familienmitglied der Familie Esser, dem Moerser Künstler Andreas Baschek, dem Meerbecker Pfarrer Bernhard Lauer und dem Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann (SPD), wird am 1. Dezember die zehn besten Entwürfe auswählen und als Fotostrecke ausstellen. Dann sollen die Bürger mitentscheiden, welcher Entwurf von Auszubildenden des SCI umgesetzt wird. Ende Januar wird dann die Entscheidung gefällt, im Sommer 2015 soll das Denkmal aufgestellt werden.

 
 

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