Familie gibt Martina Voss-Tecklenburg den Kick

Frauenfußballidol Martina Voss lebt in Straelen. Foto:Gisela Weißkopf/WAZFotoPool
Frauenfußballidol Martina Voss lebt in Straelen. Foto:Gisela Weißkopf/WAZFotoPool
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Straelen..  Wer über Martina Voss-Tecklenburg spricht, spricht in der Regel über Sport. Es geht bei ihr immer um den FCR Duisburg 2001, es geht immer um Frauenfußball, neuerdings auch um die Champions-League, aber auch um ihre „Sippe“.

Da hat der FCR Duisburg 2001, das Team der früheren Fußball-Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg, doch glatt das Champions-League-Viertelfinale durch einen 3:0-Sieg beim dänischen Meister Fortuna Hjörring erreicht. Das bietet allen Grund zur Freude. Als ihr bislang größtes sportliches Erlebnis bezeichnet die heute 42-Jährige - neben diversen Titeln als aktive Kickerin - den Gewinn des UEFA-Women-Cup 2009 im eigenen Stadion. Eigenes Stadion heißt das Stadion des MSV. „Den Zebras habe ich schon als fünfjähriges Kind zugejubelt“, erinnert sich Voss-Tecklenburg. „Und dann vor 30000 Leuten mit deiner eigenen Mannschaft in deinem eigenen Stadion zu spielen und Erfolg zu haben, das war schon ein erhebendes Gefühl.“

immerhin vier Geschwister

Aber Martina Voss-Tecklenburg ist mehr als nur ein Idol im Frauenfußball, das die Kickerschuhe an den Nagel gehängt und dafür den Trainingsanzug übergestreift hat. Die gebürtige Duisburgerin ist vor allem auch Familienmensch und Mutter, und zwar hundertprozentig. „Ich komme aus einer großen Sippe“, sagt die zierliche Person, die immerhin vier Geschwister hat. „Und deshalb bin ich jemand, für den Rituale sehr bedeutend sind“, erklärt die Fußballlehrerin. „Deshalb ist es mir beispielsweise auch wichtig, dass ich mit meiner Tochter so oft wie möglich gemeinsam zu Mittag esse. Auch, wenn das banal klingen mag.“

Dina, Martinas Tochter, die aus einer Beziehung mit Ex-FCR-Coach Jürgen Krust stammt, ist schon 17 und ein großes Glück im Leben der Martina Voss-Tecklenburg. Sie erzählt gerne die Geschichte von der Bundesligapartie des MSV gegen Bayern München, irgendwann in den Neunzigern, als Dina gerade mal drei Jahre jung war. „Du Mama, wer passt eigentlich auf mich auf, wenn Du Fußball spielst?“ hat die Kleine damals während des Spiels im MSV-Stadion gefragt. „Keine Ahnung, wen hättest du denn gerne?“ - „Da vorne, der Lothar Matthäus wäre schön!“

Der „Loddar“ ist ihr erspart geblieben

Wohl zum Glück nicht der Loddar, sondern der Hermann trat dann irgendwann in das Voss’sche Leben. Hermann Tecklenburg, Bauunternehmer vom Niederrhein, Vereinschef des SV Straelen und Vorstand von Fortuna Düsseldorf hielt vor zwei Jahren um die Hand der Duisburgerin an. Am 1. Oktober 2009 wurde dann mit viel Tamtam in Straelen geheiratet. Reiner Calmund kam als Trauzeuge, es wurden 12 000 Euro für bedürftige Kinder in Indien gesammelt.

Viele sagen, die Sache mit dem Tecklenburg und der Voss, das war eine Showhochzeit. Doch die Voss, die kann darüber nur lachen. „Wir lieben uns, wir haben viel gemein, wir können uns über Kleinigkeiten freuen. Wir passen gut zusammen!“

Neben Familie und Fußball gibt es für die Ex-Nationalspielerin auch noch „FF“, das Frauenfußballmagazin, für das Martina Voss als Chefredakteurin tätig ist. Die Duisburgerin ist zudem als Autorin von Fachliteratur unterwegs. Das „Handbuch Mädchenfußball“ ist seit zwei Monaten auf dem Markt. Bald soll das „Handbuch Frauenfußball“ erscheinen.

„Frauen sind leidensfähiger, Männer dafür viel egoistischer“

Am Ende geht ‘s dann doch noch einmal ins sportliche Detail. Martina Voss-Tecklenburg betont immer wieder, dass es „keinen Anlass dazu gibt, Frauen- und Männerfußball zu vergleichen“. Auch wenn die Trainingsarbeit in der Regel gleich sei, gebe es die grundsätzlichen physischen und auch psychologischen Unterschiede. „Frauen sind leidensfähiger, Männer dafür viel egoistischer, das kann auf dem Platz helfen“, sagt die Vize-Weltmeisterin von 1995. „Ich habe einige Mädels bei mir in der Truppe, die gehen nach dem ersten Fehlpass sofort kaputt.“

Und dann ist da ja noch die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Was sich Martina Voss-Tecklenburg davon erwartet? „Es wird ein ganz großes Ereignis mit ganz vielen Zuschauern. Aber ich bin mir noch nicht so sicher, was davon übrig bleiben wird.“

 
 

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