Eine Insel für die Kunst

Blick in einen der Ausstellungsräume.  Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool
Blick in einen der Ausstellungsräume. Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool
Foto: Waz FotoPool

Moers..  Mehr als 20 national und international renommierte Künstler zeigen im Moerser Seewerk ihre Arbeiten. Der Beuys-Schüler Anatol baut auf der Kulturinsel Nepix Kull im Schlosspark sogar ein Inselparlament.

Geht nicht? Gibt’s nicht. Nicht für Anatol. Wie ein Dirigent steht der Neusser Künstler im Moerser Schlosspark und blickt auf den Graben, der die Bühne für seine Kunst vom Zuschauer trennt. In dicker Anglerhose watet Frank Merks vom Seewerk wieder und wieder durch das trübe Wasser zu der kleinen dreieckigen Insel im Moerser Stadtpark, um die 17 Stühle aus der Hand des Meisters auf Zuruf am richtigen Platz zu positionieren. So dass am Ende der schweißtreibenden Aktion das „Insel-Parlament“ bereit zur ersten Sitzung ist. Die ist offiziell auf Samstag, 15 Uhr, terminiert.

Kinder besetzen
16 Stühle

Geht es nach dem Beuys-Schüler und Ex-Polizisten Anatol Herzfeld, sollen Kinder 16 der hölzernen Throne besetzen. Der 17. Stuhl sei für die Stadt, „für die Volksgemeinschaft“, sagt der renommierte Bildhauer mit Residenz auf der Insel Hombroich. Und lädt jedermann herzlich ein, Platz zu nehmen - wenn er denn durch den alten Schlossgraben kommt ...

Ein Kunstspektakel, von dem man nicht weiß, wie es ausgehen wird - auch das passt zu dem Mann, von dem Angelika Petri vom Seewerk sagt, er sei „ein Macher“. Wieder und wieder hatte sie dem Neusser Künstler auf den Anrufbeantworter gesprochen - bis sie merkte, dass das Ehepaar Herzfeld selbigen niemals abhört. Irgendwann hat es trotzdem geklappt.

Anatol ist ein prächtiges Zugpferd. Ob seiner Präsenz könnte leicht vergessen werden, dass er eine nicht minder attraktive Künstlerherde anführt, die die dritte große Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Seewerk, der ehemaligen Dujardin-Fabrik am Silbersee in Moers-Kapellen, gestaltet. 20 national und international renommierte Künstler zeigen ab Samstag Malerei, Skulptur und mehr.

Maria Anna Dewes hat einen klassizistischen Balkon gebaut, Sofie Fredriksen aus Dänemark eine Skulptur für einen Baum und der gebürtige Weißrusse Maxim Wakultschik verblüfft mit dreidimensionalen Bildern. Der Draht des Seewerks zur Düsseldorfer Kunstakademie ist heiß, im Jahr drei nach dem Start der jährlichen großen Ausstellung am Silbersee kommen aber auch zunehmend Künstler aus ganz Deutschland auf Angelika Petri und Frank Merks zu, um dabei zu sein.

Als Leihgabe
überdauert

Manch herausragende Kunstinstallation hat dabei die Ausstellungszeit überdauert - als Leihgabe auf unbestimmte Zeit.

Zurück zum Zugpferd. Das lässt sich nicht still vor den Karren spannen - „zum Glück“, freut sich Angelika Petri trotz mancher Kehrtwendungen und Überraschungen. Anatol hat das „Inselparlament“ kurzfristig in „Festungsstühle“ umbenannt.

Eine Kunstinstallation sei es eher nicht, sagt er da. Eher so, als würde ein Gärtner Parkbänke aufstellen ...

Das „Inselparlament“ wird am Samstag, 15 Uhr, auf der Kulturinsel Nepix Kull im Moerser Schlosspark eröffnet. Anschließend startet im Seewerk, Silberseeweg 1 a, in Moers-Kapellen die Ausstellung mit einem großen Fest, zu dem alle ausstellenden Künstler erwartet werden: Anatol, Marianne Pitzen, Ernst Josef Althoff, Rainer Plum, Maria Anna Dewes, Ahmed Ibrahim, Danielle Riede, Gisela Rietta Fritschi, Friederike Mainka, Michael Raguzin, Marion Braml, Iris Goetz, Jörg Parsick-Mathieu, Ubbo Kügler, Felicitas Lensing-Hebben, Max Müller, Klaus Eichenberg, Maxim Wakultschik, Viktor Nono, Bogdan Prapotny, Sofie Fredriksen, Nina Ahlers, Raafed Jarah.

Weitere Informationen:
www.das-seewerk.de

 
 

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