Der Operations-Container ist da!

So sieht es im OP-Container aus.
So sieht es im OP-Container aus.
Foto: Pro Humanität
Ärtze und Techniker der Kevelaerer Organisation „Aktion pro Humanität“ bringen Hoffnung nach Benin. Mitten im Busch werden sie nun mit Skalpell und Röntgengerät arbeiten - und schenken Leben und Hoffnung.

Am Niederrhein/Westafrika.  Am Dienstagmorgen war alles Warten, alles Kämpfen mit der Administration und Bürokratie im westafrikanischen Hafen von Cotonou vergessen. Zwei große, tonnenschwere Container rollten auf das Gelände der kleinen Krankenstation, die die Kevelaerer Hilfsorganisation „Aktion pro Humanität“ (APH) seit 20 Jahren in Gohomey, mitten im westafrikanischen Busch, unterhält. „Freude, Freude, Freude“ – diese SMS schickten die Afrikaner APH-Chefin Dr. Elke Kleuren-Schryvers – kein Wunder: In den unscheinbaren Containern verbirgt sich eine für die Menschen in und um das Dorf Gohomey fast unglaubliche Sensation: Ein kompletter Operations-Container und ein digitales Röntgengerät.

Bereits vor zwei Wochen glich der Kapitelsaal im Kevelaerer Priesterhaus einem medizinischen Basiscamp, als sich das Techniker- und Ärzteteams der APH, darunter Dr. Johannes Kohler, langjähriger Chefarzt am St. Josef Krankenhaus Xanten, und Dr. Angelika Mosch-Messerich, Chefärztin am St. Willibrord-Spital Emmerich, zur letzten Absprache trafen. Medikamente, Intubationsbestecke, Beatmungsbeutel, chirurgisches Instrumentarium, alles wurde auf alle Teammitglieder aufgeteilt.

Auch das ist besonders: Ärzte, Pfleger und Techniker vom Niederrhein machen sich ehrenamtlich auf den Weg nach Benin, opfern ihren Urlaub, um den OP-Container in Betrieb zu nehmen. Den hat ein Klever Unternehmer gespendet: Bernd Zevens.

Kleine OPs sind erst einmal geplant, Leistenbrüche, Verletzungen, Kaiserschnitte. Wieviele schwangere Frauen sie hat sterben sehen müssen, mag die Medizinerin Dr. Elke Kleuren-Schryvers gar nicht mehr ausrechnen. „Auf dem Mofa oder auf dem Fahrrad wurden hochschwangere Frauen zu uns gebracht, oft mit einem Seil am Fahrer festgeknotet, damit sie Halt hatten, und dann konnten wir weder Mutter noch Kind retten.“ Das nächste Krankenhaus ist 30 Kilometer entfernt, aber nicht immer ist auch ein Chirurg oder ein Anästhesist da.

Gestern sind die Helfer vom Niederrhein nach Benin aufgebrochen. „Wichtig ist, dass wir neben dem ärztlichen Tun den Gedanken des Miteinander und der kollegialen Kooperation mit den beninischen Kollegen fördern können. Nur so wird es Nachhaltigkeit geben können“, so Johannes Kohler.

www.pro-humanitaet.de

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