Der „Baerler Riegel“ ist passé

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Duisburg..  Im Prinzip könnte die Rechtsabteilung der Stadt die Arbeit einstellen. Zumindest, was die Arbeit an einem Prüfauftrag der Politik zur Rechtmäßigkeit des „Baerler Riegels“ angeht. Sollten die Juristen doch prüfen, ob man einen Projektentwickler noch dazu bringen kann, statt 17 Eigentumswohnungen in einem riegelförmigen Baukörper, einige wenige Doppelhäuser auf ein Grundstück in die Nähe des Baerler Buschs zu bauen. Der Vermarkter der Fläche hat jetzt selbst reagiert.

Die Firma Bauformat aus Moers hat das „Riegel“-Bauschild entfernen lassen. Im Internet wirbt Bauformat für die Adresse Hubertusstraße 27a jetzt mit Doppelhäusern mit 120 Quadratmetern Wohnfläche, 500 bis 600 Quadratmetern Grundstück, vier Zimmern und Garage zum Preis von 239.900 Euro pro Doppelhaushälfte. Die Frage nach dem Grund für den plötzlichen Sinneswandel beantwortet Bauformat-Geschäftsführer Chris Holzleitner mit einem einfachen Satz: „Es gab nicht genügend Nachfrage für die Eigentumswohnungen“.In Absprache mit den nicht in Baerl lebenden Besitzern des Grundstücks sei man dann umgeschwenkt.

Entstehen sollen jetzt drei Doppelhäuser. Um diese hochziehen zu können, sollte es einen Teil der Häuser bereits im Vorfeld feste Zusagen geben, ansonsten würde es sich kaum lohnen, die Bagger für den Abriss der aktuell noch bestehenden aber leergezogenen Häuser und den Neubau der Doppelhäuser anrücken zu lassen.

Preislich liege man etwa auf dem Niveau für die einst angedachten 17 Eigentumswohnungen, befinde sich aber ein ganzes Stück unter dem Niveau, welches in Baerl üblicherweise von Bauherren bezahlt würde. Grund dafür ist die Bahnlinie der Niag, die quasi direkt durch den Garten verläuft.

„Hier fahren täglich 35 Güterzüge vorbei, verursachen jede Menge Lärm und Erschütterungen“, ordnet der Grüne Bezirksvertreter Dietmar Beckmann die Vermarktungschancen ein. Und ist in seiner Einschätzung nahe an der des Projektentwicklers aus Moers. „Warten wir es aber erst einmal ab, wie sich die Nachfrage für die Doppelhäuser entwickelt.“ Da sämtliche politischen Fraktionen gegen den „Baerler Riegel“ votierten, wird die Erleichterung jetzt bei allen groß sein. Baerl bliebe an der Hubertusstraße 27a von massiven Bauten verschont. Und vielleicht kommen ja nicht einmal die Doppelhäuser, am Ende entscheiden potenzielle Käufer. Womöglich bleiben die beiden leeren Häuser noch eine Weile stehen.

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