Den Hirsch stört der Rummel nicht

Arnheim..  „Oh, das ist aber eine feine Sache“, dachte ich, als ich las, dass die NRZ einen Tag im Park „Hoge Veluwe“ für Großeltern mit Enkeln zu vergeben hatte. Unverhofft bot sich eine Gelegenheit, mal wieder zusammen mit den Enkeln was Gemeinsames zu tun. Ein Bütterken oder zwei für jeden, etwas zum Trinken und dann ging es zum Parkeingang „Hoenderloo“. Ein freundlicher Eingangswächter, der unsere „bonkaarten“ prüfte, wies uns zu den Rädern. Julius hatte sein Kinderrad dabei, wir anderen suchten unter den wohl mehr als 200 Rädern das passende aus. Ungewohnt für uns war, dass die Räder über keine Handbremse, keine Gangschaltung, keine Beleuchtung und keine Klingel verfügen. Nur ein Rücktritt als Sicherheit.

Strahlendes Wetter, die Sonne schien schon mit Macht. Aber nur, wo sie durch das dichte Blätterdach den Boden erreichte. Darunter war es noch elendig frisch. Frisches Grün überall. Die Fingerhüte noch in der Knospe. Und hier und da leuchtende Rhododendren. Und überall, direkt am Radweg, aufgewühlter Waldboden. Hier sind Unmengen von Wildschweinen unterwegs. Natürlich haben alle die Hoffnung, so ein „Beest“ noch zu sehen. Und dann, tatsächlich am Rande einer großen Wiese, eine Bewegung: zwei kleine Wildschweine, für einen kurzen Moment.

Am Centrum lockt das „Museonder“ mit seinen Diarahmen. Darin sind unsere holländischen Nachbarn klasse. Sie haben ein Händchen dafür, wie man Dinge ins richtige Licht setzt. Beeindruckt haben die fossilen Funde. Da besonders der gewaltige Hirsch und die Wisentschädel. Der Blick von unten unter das Wurzelgeflecht eines Baumes hat uns sprachlos gemacht.

Dann zum Kröller-Möller-Museum. Dabei haben wir die „Fietsen-stalling“ übersehen und standen nun behelmt zwischen fein gekleidetem Fachpublikum am Museumseingang. Julius’ Interesse an van-Goghscher Kunst litt sehr unter seiner Sorge, dass sein geliebtes Rädchen entwendet werden könnte.

Der Weg zum Schloss Hubertus führte aus dem Waldgebiet durch eine wüstenähnliche Landschaft. Aifd em Rückweg kurz vor dem Ausgang Hoenderloo eine Menschenansammlung auf dem Radweg. Wie bestellt äste dort, keine 30 Meter davon weg, ein Mordshirsch. Dieser war noch im Bast und störte sich überhaupt nicht an die Menschen und an den Rummel.

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