Bofrost gibt in Rechtsstreit um Bespitzelung von Mitarbeitern nicht nach

Foto: Thorsten Lindekamp
Foto: Thorsten Lindekamp
Foto: NRZ
Nach Kündigung eines Betriebsratsmitglieds: Die Geschäftsführung des Tiefkühl-Lieferdienstes besteht im Streit mit dem Betriebsrat auf eine juristische Klärung

Straelen.. „Den Wirbel braucht kein Unternehmen. Es ist bedauerlich, dass die Diskussion solche Ausmaße annimmt,“ kommentiert Dirk Zantow, Geschäftsführer von Bofrost, die Aktion des Betriebsrates vor dem Firmengelände in Straelen. Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks hatte dort dem Betriebsrat ihre Solidarität bekundet im Rechtsstreit um die Kündigung eines Betriebsratsmitglieds (die NRZ berichtete). Der Mitarbeiter soll während der Arbeitszeit ein Betriebsratsschreiben aufgesetzt haben und damit Arbeitszeitbetrug begangen haben. Eine Klage vor dem Arbeitsgericht in Wesel hat das Unternehmen allerdings bereits verloren. Am 16. März geht’s in die nächste Instanz vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf.

„Natürlich“, so Hendricks, „ist es das gute Recht eines Arbeitsgebers bis zur letzten Instanz zu gehen. Aber bislang gingen alle Prozesse zugunsten des Betriebsrates aus. Deshalb sollte die Geschäftsleitung überlegen, ob sie weiter klagen will. Es entsteht ein Angstklima im Haus. Man sollte aufeinander zugehen.“ Doch in einem telefonischen Gespräch mit Thomas Stoffmehl, Beirat des Familienunternehmens, habe sie Donnerstag nicht den Eindruck gewinnen können, dass die Firmenleitung daran denke, einzulenken. „Er hat mir seine Sicht der Dinge erklärt. Es ist sicher gut Rechtssicherheit zu bekommen. Nur ist die Frage, ob die mehr wert ist als das Betriebsklima“, regte Barbara Hendricks an.

Der Betriebsrat betonte, dass es ihm daran liege, den Konflikt beizulegen. „Wir würden gerne den Streit beenden, hier und heute, wenn der Kollege wieder eingestellt wird. Wir wollen wieder ganz normal zusammen arbeiten und uns betrieblichen Themen widmen. Denn die Zusammenarbeit im Tagesgeschäft funktioniert gut“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sigrid Ehrentraut.

Doch bis die Normalität zurückkehrt, dürfte es zumindest bis zum Gerichtstermin am 16. März dauern. Die Geschäftsführung bleibt dabei: „Wir wollen Rechtsklarheit“, stellt Dirk Zantow klar.

 
 

EURE FAVORITEN